Archiv für das Jahr: 2020

VIRTUELLE FOTOWERKSTATT II – PRINZESSIN ODER FROSCH

VIRTUELLE FOTOWERKSTATT II

PRINZESSIN ODER FROSCH

BILD – TRAUMBILD – TRUGBILD / Das Spiel mit der Wirklichkeit in 2 Teilen

Zu der Ausstellung in der Galerie Pankow

TINA BARA / RECUR 2020

RECUR – sich wiederholen, wiederkehren, wieder auftreten, wiederkommen, wieder passieren, Periodizität

“Die Wiederholung ist Thema, Fragestellung, Suchbewegung, methodische Forschung, prozessorientierter medialer Handlungsraum, Stilmittel, künstlerische Setzung.” Tina Bara 

Im 2. Teil der Werkstatt steht das Wunsch- / Trugbild im Vordergrund.

Mit unterschiedlichen Requisiten, Make up, bildnerischer Gestaltung und Verfremdung setzt Ihr Euch ins Bild.

z. B. mit diesen Gegenständen

Es gibt verschiedene Herangehensweisen und Umsetzungen des Themas. 

KünstlerInnen wie Cindy Sherman (konzeptuelle Fragen der Identität, Rollenbilder, Körperlichkeit / Verkleidung) , Helmut Newton (Mode- und Portraitfotograf), Helga Paris (Alltagsfotografie in der DDR), Arnulf Rainer (Fotoübermalungen) und natürlich Tina Bara, sind hier stellvertretend genannt.

Es lohnt sich die verschiedenen Positionen zu googeln.

Fotografiert wird mit Kleinbildkameras, Spiegelreflexkamera, Handy, analog / digital, wie Ihr wollt. Gerne könnt Ihr die Fotos auch bildnerisch weiterbearbeiten, s. Arnulf Rainer. Euch sind keine Grenzen gesetzt – zerschneidet die Fotos und setzt sie wieder zusammen, malt Euch eine Krone oder Froschaugen, vervielfältigt Eure Aufnahmen und klebt sie aneinander – WIE WIRKT DAS? – zeigt nur einzelne Körperteile, kombiniert mit Lieblingsstücken, benutzt Spiegel oder Wasser, … .

Legt einfach los, die Ideen kommen beim “TUN”.

Diesmal steht H. alleine Modell. Ich begleite sie wieder mit der Kamera. 

Identitätswechsel

Spiel mit Requisiten

Fotoübermalung

oder Schatten…

Im Dialog mit sich selbst.

Ihr habt gesehen, die Selbstdarstellung enthält eine Vielzahl von Möglichkeiten, von sich zu berichten. 

Wann wird die Darstellung vom Wunsch- zum Trugbild? Inwieweit manipulieren wir mit Fotografie? Diese Fragen stellten sich auch uns beim Rundgang durch die Ausstellung RECUR. Welches Bild wollen die Abgebildeten von sich vermitteln.

Besucht die sehenswerte Show und taucht ein in das Spiel der Möglichkeiten.

Sicher habt Ihr Anregungen bekommen Euch darzustellen und etwas von Euch zu erzählen.

Viel Spaß beim Ausprobieren ! 

Natürlich freuen wir uns in der Galerie Pankow wieder über Abbildungen Eurer Werke.

(Pankow, der Punk / von Tina Bara)

VIRTUELLE FOTOWERKSTATT I BILD – TRAUMBILD – TRUGBILD

VIRTUELLE FOTOWERKSTATT  I

PRINZESSIN ODER FROSCH

BILD – TRAUMBILD – TRUGBILD / Das Spiel mit der Wirklichkeit in 2 Teilen

Zu der Ausstellung in der Galerie Pankow

Tina Bara / Recur 2020

Der Kern Tina Baras künstlerischer Arbeit ist die Portraitfotografie. In den jeweiligen Serien dokumentiert Bara die Geschichte eines Stück Lebens und Werdens ihrer Protagonisten*innen.Wie sieht und inszeniert sie die Frauen / Freundinnen.

“Ich treffe die verschiedenen Protagonist*innen mehrfach. Biografische Schlaufen, Zufälle, Affekte, verschiedene und immer wieder gleiche Themen werden zu einer Auseinandersetzung, bei der eine intensive Erregung bearbeitet wird. Immer der Körper, die Körper: als Erfahrungsort, als Speicher, als fluide, fragile Transformatoren.” Zitat Tina Bara

Für Euch ist das Thema der Werkstatt eine bewußte Begegnung mit dem fotografischen Portrait oder Selbstportrait – eine Selbstbefragung zwischen Modell und Fotograf*in. 

Ihr seid geschult durch die neuen Medien (Instagram, Facebook, Snapchat usw.) und der Umgang mit der Handykamera und dem Zeigen der eigenen Person im Foto oder im Netz ist Normalität. Aber wie wirken Eure Portraitfotos auf den Betrachter?

Die Werkstatt soll trotzdem ein Anlass zur Selbstbefragung werden. Eine kritische, wie auch eine künstlerisch spielerische Hinterfragung.

Handy, digitale Spiegelreflexkamera, Kleinbildkamera, gerne auch analog.

Aus der Hand fotografiert oder vom Stativ, mit oder ohne Partner*in.

Bildbearbeitung mit Programm oder auch von Hand: Collage, Übermalung, Verzerrung, Ausschnittvergrößerung, Farbveränderung, Einsatz der Schere, … es gibt unendlich viele Möglichkeiten Eure Sicht auf Euch selbst oder die Person neben Euch darzustellen. Seid kreativ. Alles ist möglich. Es gibt kein gut oder schlecht richtig oder falsch.

Für mich stellte sich die Frage, wie ich diese Werkstatt bildlich und virtuell umsetzen kann.Keine leichte Aufgabe:

Letztendlich habe ich mich für die Modellvariante entschieden. 

Protagonisten sind die Schwestern E. und H. (18 und 16 Jahre alt).

Sie fotografierten sich gegenseitig mit dem Handy und haben sich zum großen Teil für Schwarz/Weiß Fotografie entschieden. Die begleitenden Fotos sind von mir.

Im Workshop I zeigen sie Euch, wie sie jeweils ihre Schwester abbilden.

Bewusst verzichteten sie im ersten Teil der Werkstatt auf eine spielerische Bildbearbeitung und Requisiten und entschieden sich für Aufnahmen in der Natur.

E. und H.

Besuch der Ausstellung RECUR von Tina Bara in der Galerie Pankow.

Mit der Blickrichtung spielen. Der Ausdruck ändert sich. In die Ferne schauen wirkt z.B. sehnsüchtig. Der abgewandte Körper hat auch eine Bedeutung.

Bezugnehmend auf die Serie von Tina Bara “ Frauen auf Bäumen” in der Ausstellung, haben sie sich für das Fotografieren im Park entschieden. 

Brainstorming zur Portraitfotografie in der Natur: Wachstum, Verdichtung, Fabelwesen, Natur, Schutz, Geborgenheit, Erde, Luft, Verwurzelung …

Alte große Bäume wurden gefunden, erwiesen sich aber als schwer zugänglich.

Um Schutz zu finden oder sich zu verstecken, muss man erstmal hochkommen.

Perspektive wechseln: Von oben fotografieren, frontal, schräg und von unten.

Das macht Eure Portraits interessant.

Veranschaulichung eines Gefühls: Verbundenheit / Zusammenhalt der Schwestern. 

Die Schwestern suchten nach einem Symbol für ihre Verbundenheit.

H. entschied sich später für eine Ausschnittvergrößerung.

Clos-ups von Gesichtern oder einzelne Detailaufnahmen.

E. und H. fanden ein Zeichen für das Leben und gaben die Komposition vor.

Sie verzichteten auf die Ganzkörper Abbildung und geben trotzdem ein Portrait von sich.

Inwieweit beeinflusst die Reduzierung auf die Füße / Schuhe den Inhalt des Bildes?

Empfindet man die schwarzen Schuhe als Bedrohung für die kleine Pflanze?

Ausprobieren verschiedener Positionen und ihre Wirkung auf den Betrachter.

Pure Lebensfreude. H. musste sehr oft in die Luft springen, bis E. mit dem Foto zufrieden war. 

Bei der Portraitfotografie kommt das Konzept der Tiefenschärfe zum Einsatz.

Hintergrund verschwommen – Vordergrund deutlich abgebildet.

In diesem Fall entschied sich E. bewußt für die Umkehrung: unscharfe Darstellung von H. – deutlicher Hintergrund (Parklandschaft). 

Hier zum Vergleich nochmal in Schwarz/Weiß.

Noch ein TIPP.

Verzichtet auf den digitalen Zoom. Der verursacht eine schlechtere Bildauflösung. Tretet besser näher an das Motiv heran.

Hoffentlich habt Ihr eine Anregungen erhalten. Geht raus, sucht Euch interessante Plätze mit oder ohne Freund*innen, Selbstportrait mit Selbstauslöser oder gegenseitige Ablichtung.

Viel Spaß!

Im 2. Teil der Werkstatt geht es um das Traumbild / Trugbild, die Verfremdung der Portraits mit Bildbearbeitung und/oder Requisiten.

KGB-Kunstwoche | Fahrradtouren

KGB-Fahrradtouren

Sonntag, 30. August 2020, 12:30/13 – 18 Uhr

Der Arbeitskreis der Kommunalen Galerien Berlin lädt Sie herzlich zur siebten Ausgabe der KGB-Kunstwoche ein. Vom 28. August bis 6. September 2020 findet ein umfangreiches Programm statt, das in allen zwölf Berliner Bezirken Ausstellungen und Veranstaltungen bereithält.

Einen Einstieg in das vielfältige Angebot bieten fünf geführte Fahrradtouren. Das neue Veranstaltungsformat der KGB-Kunstwoche bringt Sie auf zwei Rädern zu nahezu allen teilnehmenden Galerien, in denen Galerieleiter*innen, Kurator*innen oder Künstler*innen durch die Ausstellungsräume führen und die Programmschwerpunkte vorstellen.

Die Fahrradtouren beginnen am 30.8.2020 um 12:30 bzw. 13:00 Uhr an der jeweils erstgenannten kommunalen Galerie, dauern ca. fünf Stunden und enden am Kunstraum Kreuzberg/Bethanien.

Anmeldung bis 16.8.2020 unter: mail [at] kgberlin [dot] net

Die Teilnahme ist kostenlos.

Details zu den Touren >>

Online Workshop für Kinder: Verfressener Wurm / Der Bücherwurm

Verfressener Wurm / Der Bücherwurm

(ab 6. Klasse, oder mit Hilfe)

Hallo liebe Buchkünstler*innen,

ich hoffe, ihr habt schon alle unsere tolle Ausstellung “BASTA!- Malerbücher und grafische Werke” von Felix Martin Furtwängler besucht, viele neue Ideen erhalten und Spaß gehabt und vielleicht sogar schon das Leporello gebastelt.

Alleine, mit Freunden oder mit der Familie – versucht euch an Teil 2 der Werkstatt:

Wir gestalten ein Buchobjekt aus alten aussortierten Büchern. Sicher findet ihr auch eines ganz hinten im Regal. Jüngere Bastler*innen wählen ein Taschenbuch, das ist nicht so schwer zu bearbeiten wie ein Hardcover. Daraus wollen wir einen Buchschnitt (Buchobjekt) zur Illustration eines Begriffs, in dem das Wort “BUCH” vorkommt, gestalten. Tagebuch, Taschenbuch, Buchstabensuppe, Bücherwurm, Buche, usw..

Ich habe mich für den frechen und verfressenen Wurm entschieden.

Hier geht es zum Workshop >>

Neues Video: Manfred Paul | MAUER

Hier nun die Dokumentation zur Ausstellung Manfred Paul: Mauer | Fotografie

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Dokumentation der Ausstellung “Manfred Paul: Mauer | Fotografie” vom 6.11.2019 bis 12.1.2020 der Galerie Pankow Berlin.

Felix Martin Furtwängler | BASTA! – Malerbücher und grafische Werke

Felix Martin Furtwängler | BASTA! – Malerbücher und grafische Werke

Abbildung: "Furtwängler goes Underground"

Felix Martin Furtwängler “Furtwängler goes Underground”, 2018, bemalte Schallplatte, Durchmesser 30 cm, © 2020 VG Bild-Kunst, Bonn

Ausstellung vom 17. Juni bis 30. August 2020
Eröffnung am Dienstag, dem 16. Juni 2020, von 16 bis 22 Uhr
Einführung: Annette Tietz, Leiterin der Galerie

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Einführung zur Ausstellung: Annette Tietz, Leiterin der Galerie

Die Ausstellung wird am Eröffnungstag von 16 bis 22 Uhr sowie zu den Sonderöffnungszeiten für die Besucher*innen unter Beachtung der Hygienevorschriften zugänglich sein. Die Einführung wird digital präsentiert.

Zur Ausstellung erscheint das Künstlerbuch Sinnphobie der Worte. A POETOMAR.

Nutzen Sie bitte auch unsere digitalen Angebote.

Felix Martin Furtwängler ist Maler, er ist Zeichner, er beherrscht und benutzt alle gängigen druckgrafischen Techniken. Sein Schaffen ist rastlos und maßlos in einem besten Sinne. Aus einer überbordenden Phantasie und dem Drang zum lustvollen Fabulieren heraus entstehen stetig neue Werkkomplexe, welche die technischen und handwerklichen Möglichkeiten eines Mediums ebenso austesten wie sie die einzelnen künstlerischen Ausdrucksformen verbinden und deren Grenzen auflösen. Aspekte und Elemente wie Klang, Rhythmus, Wort, Bild, Farbe und Form werden unkonventionell miteinander verwoben und in ihrem Zusammenspiel sinnlich wie intellektuell neu erfahrbar. Den grafischen Blättern und Zyklen Furtwänglers liegen eigene Texte oder (welt)literarische Vorlagen zugrunde und gehen mit diesen eine bildhafte Symbiose ein.
Ein Kristallisationspunkt seines Schaffens sind die „Malerbücher“, die Furtwängler in ungewöhnlicher Personalunion als Künstler und Verleger herausgibt, ermöglicht durch sein handwerkliches und technisches Know-how. Seine Arbeitsweise zeichnet sich dabei weniger dadurch aus, dass in logischer Folgerichtigkeit Text und Bild in Kongruenz zueinander gebracht werden. Vielmehr geht er über die konventionelle Illustration eines Textes als bildliche Entsprechung eines Narrativs hinaus und verbindet die klassischen Bestandteile eines Buches wie Text, Bild und typografische Gestaltung zu einer Einheit gleichwertigen Ranges.
Die Ausstellung BASTA! Malerbücher und grafische Werke präsentiert ausgewählte Malerbücher und Objekte von Felix Martin Furtwängler und sie gibt einen Einblick in das vielseitige grafische Werk des Künstlers.

Felix Martin Furtwängler (1954 in Karlsruhe geboren) studierte Werbegrafik an der Kunstschule Alsterdamm in Hamburg und wechselte 1972 nach Berlin an die Hochschule der Künste, wo er 1973/74 die Schule für Werkkunst und Mode, 1975/76 den Studiengang Produktdesign besuchte und von 1977 bis 1982 freie Malerei und Grafik studierte. 1982 war er Meisterschüler bei Gerhart Bergmann. Seither entsteht eine Vielzahl von Künstlerbüchern und Buchobjekten. Furtwängler realisiert viele Ausstellungen und zahlreiche seiner Werke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

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Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa
Ausstellungsfonds Kommunaler Galerien

Demonstration “fair share!” Sichtbarkeit für Künstlerinnen am Weltfrauentag

Liebe Künstler*innen, Kunstfrauen, Kunstaffine, Feminist*innen und Unterstützer*innen!

Zur Demonstration fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen am Weltfrauentag, Sonntag 8. März 2020, 14 – 16 Uhr vor der Alten Nationalgalerie (Museumsinsel, Bodestr. 1–3) laden wir herzlich ein! Schließt euch an und bringt Freund*innen mit! Wir müssen viele sein, um sichtbar zu werden! Die Demonstration besetzt den Raum vor der Alten Nationalgalerie. Dort finden performative Aktionen statt, Rednerinnen geben kurze Impulsbeiträge.

fair-share-Logo

Kommen Frauen nur ins Museum, wenn sie nackt sind?

Mit dieser provokanten Frage machten in den 1980er Jahren die Guerilla Girls darauf aufmerksam, dass der Anteil der Kunst von Frauen in den Museen weltweit nicht einmal 5% war. Olle Kamellen? Leider nein. Die Präsenz von Künstlerinnen im deutschen Kunst- und Ausstellungsbetrieb hat sich zwar seitdem verbessert, aber zufriedenstellend ist sie noch lange nicht. Das muss sich ändern!

Anlässlich des letzten Tages der Sonderausstellung Kampf um Sichtbarkeit – Künstlerinnen der Nationalgalerie vor 1919 in der Alten Nationalgalerie in Berlin wird über performative Aktionen und kurze Impulsbeiträge auf die bis heute andauernde Schieflage im Kunstbetrieb  aufmerksam gemacht. In der Sammlung der Alten Nationalgalerie befinden sich z.B. Werke von 43 Künstlerinnen, die in der Sonderausstellung erstmals gezeigt werden. Im Schaubestand des Hauses waren bislang jedoch nur 5 Werke von Künstlerinnen sichtbar – also nicht einmal 1%! Auch im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart ist die Künstlerinnenquote in der Schausammlung mit derzeit 16,7% Künstlerinnenanteil beschämend gering.

Die Staatlichen Museen zu Berlin sind kein Einzelfall: In den meisten Schausammlungen, sowie Überblicks- und Einzelpräsentationen durch alle Jahrhunderte sind Künstlerinnen stark unterrepräsentiert. Gender Pay Gap und Gender Show Gap beweisen mit statistisch belegten Resultaten eine deutliche Ignoranz gegenüber Oeuvre, Einfluss und Biografien von Künstlerinnen.

Weibliche Positionen blieben bisher relativ unerforscht, weil Frauen erst vor 100 Jahren an den Kunstakademien in Deutschland zugelassen und seitdem als ernstzunehmende Konkurrenz in der Männerdomäne des Kunstbetriebs wahrgenommen worden sind. Trotz Gleichstellungsbemühungen sind die Zugangsbarrieren und Vorurteile bis heute virulent und Künstlerinnen werden aufgrund diskriminierender Strukturen im deutschen Förderbetrieb benachteiligt.

Selbst dort, wo Frauen in gehobenen Positionen des Kunstbetriebs agieren, bleibt es in der Regel bei den gewohnten patriarchalischen Strukturen und einem Festhalten am tradierten Kanon. Kunst von Frauen zu zeigen und zu fördern, sollte jede*r Akteur*in im mit Steuergeldern finanzierten Kunstbetrieb eine demokratische Verantwortung sein und als Chance gesehen werden, endlich die unzeitgemäße Dominanz von männlichen Künstlern aufzulösen.

Forderungen der Künstlerinnenverbände und Unterstützer*innen

  •  Anerkennung der Leistungen von Künstlerinnen aller Jahrhunderte bis heute
  • Gendergerechte Gestaltung von zukünftigen Ankaufs- und Ausstellungstätigkeiten (Beispiele: Tate Gallery London und Baltimore Museum of Art; USA)
  • Steigerung der Werkpräsenz weiblicher Autorenschaft in Schausammlungen und
    Ausstellungen. Im zeitgenössischen Bereich mindestens 50%
  • Förderung von Forschungsprojekten und Publikationen zu Künstlerinnen
  • Aufarbeitung und Neuschreibung kunsthistorischer Publikationen der Vergangenheit
  • Einführung von deutlich mehr und gezielten Förderungen und Preisen für Künstlerinnen aller Altersstufen
  • Abschaffung von Altersbeschränkungen bei Ausschreibungen
  • Förderprogramme für Künstler*innen mit Erziehungs- und Care-Aufgaben,
    z.B. Präsenz-Vor-Ort-Stipendien nach dem Vorbild des Frauenkulturbüros NRW.
    Zuschüsse bei mitreisender Person und Kind bei Reisestipendien
  • Entwicklung von Förderprogrammen zur gezielten Unterstützung des Wiedereinstiegs nach
    familienbedingter Auszeit
  • Bedingung zur Erlangung der Grundrente: Absenkung des Mindesteinkommens einer
    Künstlerin auf 10 % des bundesdeutschen Durchschnittseinkommens (anstelle von 30%)
    Ansprechpartnerinnen

– Kathrin Schrader (kunst + kind berlin): 0178 3427694, eklat [dot] berlin [at] posteo [dot] de
www.kunstundkind.berlin
– Rachel Kohn (Frauenmuseum Berlin): 0163 7930404, info [at] frauenmuseumberlin [dot] de
www.frauenmuseumberlin.de
– Dr. Carola Muysers (GEDOK Berlin): 030 31568803, m [at] beesandbutterflies [dot] de
https://www.gedokberlin.de
– Susanne Schirdewahn (VdBK 1867): 0160 6751756, sususchi [at] web [dot] de
http://www.vdbk1867.de
– Gabi Blum (K&K München): 0170 5849792, gabi [at] gabiblum [dot] de, www.kundk.xyz
– Sandra Y. Müller (Pressearbeit): 0160 94727358, sandraymueller [at] aol [dot] de

fair share Partner

Adonis “Vom Wort zum Bild”

Adonis “Vom Wort zum Bild”

kunstwerk des Künstlers Adonis

Adonis “o.T.”, 2005, 70x50cm, mixed media

Ausstellung vom 22. Januar 2020 bis 22. März 2020
Verlängert bis 07. Juni 2020
Eröffnung am 21. Januar 2020 um 19 Uhr

Es sprechen:
Annette Tietz, Galerieleiterin
Volker Braun, Schriftsteller, Berlin
Hubertus von Amelunxen, Kunsthistoriker, Berlin

Der Künstler ist anwesend.

Lesung am 27. Februar 2020 um 19 Uhr
Maria Hartmann liest aus Texten von Adonis


Mit der Ausstellung “Adonis – Vom Wort zum Bild” wird erstmals in Berlin das bildkünstlerische Werk des renommierten arabischsprachigen Lyrikers und Schriftstellers Adonis (Ali Ahmad Said Esber) gezeigt.

Adonis’ Texte, in denen er lyrische Traditionen seiner Heimat mit einer ‚Poetik der Moderne’ verknüpft und fortschreibt, wurden vielfach übersetzt und ausgezeichnet. Neben seinem lyrischen und essayistischen Schaffen vollzog Adonis den Schritt ‚vom Wort zum Bild’, wobei er dabei den literarischen Text nicht aufgibt, sondern dessen inhaltliche und formale Dimensionen vervielfacht. In diesen handschriftlichen Blättern verarbeitet er neben eigenen auch Texte klassischer arabischer Dichter, die sich durch eine radikale Offenheit und eine kritische Haltung der Religion gegenüber auszeichnen. Durch die Verbildlichung und Versinnbildlichung der Schriftsprache knüpft Adonis an die traditionelle bildende Kunst der arabischen Kultur, die Kalligrafie, an und legt in der Geste der künstlerisch geschriebenen Zeichen zugleich deren dynamischen und bildhaften Charakter offen. Semantische (wenn auch sie den Betrachter*innen, die nicht des Arabischen mächtig sind, als Geheimnisvolles verborgen bleiben) und ikonische Aspekte nähren und bereichern sich gegenseitig. Jedoch geht Adonis noch einen Schritt weiter, in dem er das Text-Bild durch zeichnerische, farbige Elemente ergänzt oder es in Assemblagen und Collagen integriert, womit er gleichsam eine Hommage an künstlerische Ausdrucksformen der europäischen Moderne – wie etwa der Kubismus eines George Braque oder Pablo Picasso oder die visuellen Arbeiten der Dadaisten – formuliert.

Mit etwa 50 Werken aus verschiedenen Schaffensphasen gibt die Ausstellung einen umfangreichen Einblick in das bildnerische Œuvre von Adonis und würdigt damit einen Künstler, der mit einer Epochen, Disziplinen und Kulturen verbindenden Poetik ein Bekenntnis zur kulturellen, künstlerischen und gesellschaftlichen Vielfalt und Entfaltung formuliert. Deutlich wird dies auch an Kooperationsprojekten mit anderen Künstlern wie beispielsweise Kamal Boullata (*1942 in Jerusalem; †2019 in Berlin) oder an den langen Papierbahnen mit den präislamischen Gedichten Muallaqat (Die Hängenden Gedichte) aus dem 6. Jahrhundert.

Ali Ahmad Said Esber (Künstlername Adonis) wurde 1930 in Kassabin, Syrien geboren. Von 1950 bis 1954 studierte er an der philosophischen Fakultät der Universität Damaskus und zog 1956 in den Libanon, wo er 1957 zusammen mit Yusuf al-Khal und anderen Schriftstellern die avantgardistische Literaturzeitschrift Schi’r („Poesie“) herausgab. 1960 nahm er die libanesische Staatsbürgerschaft an und gründete 1963 die eigene Zeitschrift Afak (Horizonte). 1973 promovierte er an der Université Saint-Joseph in Beirut. In den folgenden Jahren lehrte er trotz des beginnenden Libanesischen Bürgerkriegs sowohl an der Université Saint-Joseph als auch an der staatlichen Université Libanaise in Beirut. 1980 war er Gastprofessor an der Universität Censier Paris III. 1984 hielt Adonis vier Vorlesungen am Collège de France zur „Einführung in die arabische Poetik“. Seit 1985 lebt er dauerhaft in Paris. Von 1990 bis 1995 hatte er eine Gastdozentur an der Universität Genf inne. 1991 erhielt er den Preis für Poesie Jean Malrieu Étranger und 1994 den Prix de la Méditerranée und den Nazam Hikmet-Preis. Von 1996 bis 1997 war er Gastdozent an der Princeton University. In den akademischen Jahren 1998/1999 und 2001/2002 war Adonis Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin – in dieser Zeit arbeitete er an dem Gedichtzyklus Al Kitab (das Buch).

Die Ausstellung wurde von Annette Tietz und Dorothea Schöne kuratiert.

Mit freundlicher Unterstützung durch die Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate.

Logo der Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate


Geförderte Atelierangebote – Update vom 9. Januar 2020 fünf Ateliers und eine Atelierwohnung

Quelle: Kulturwerk des bbk berlin GmbH

Die Besichtigungen sind schon am 15. und 16. Januar.

Die nächste Ausschreibung erscheint voraussichtlich am 10. März 2020

Für nähere Informationen (u.a. Grundrisse, Daten, Termine) bitte nachstehende Links nutzen!

Dorotheastr. 20 in 10318 Berlin (Karlshorst) – ein Atelier
Deadline: 28.01.2020
Eine ehemalige Ladenfläche bestehend aus zwei Räumen, kleinem Lagerraum, Flur und Toilette kann als Arbeitraum für Bildende Künstler*innen…

Schönstedtstraße 13  in 12043 Berlin (Neukölln) – ein Atelier
Deadline: 28.01.2020
Das Atelierhaus liegt zentral zwischen Karl-Marx-Straße und Sonnenallee, U Rathaus Neukölln. Vom Erdgeschoss bis zum 4.OG befinden sich…

Pankstr. 12 in 13127 Berlin (Französisch Buchholz) – ein Atelier
Deadline: 28.01.2020
In dem Atelierhaus “Alte Lederfabrik” befinden sich insgesamt 24 Ateliers. Das Gewerbegrundstück liegt an der Grenze zwischen Pankow und…

Heynstr. 5, Atelierhaus in 13187 Berlin-Pankow – ein Atelier
Deadline: 28.01.2020
In einem idyllischen zweistöckigen Gartenhaus befinden sich insgesamt acht Ateliers. Ein Atelier kann erneut vergeben werden: Nr. 215, EG,…

Eldenaer Straße 25 in Berlin-Friedrichshain, Atelierwohnung
Deadline: 28.01.2020
Nahe dem S+U-Bhf. Frankfurter Alle oder S-Bhf. Storkower Str. kann eine Atelierwohnung erneut vergeben werden. Die Einheit ist barrierefrei erstellt…

Sigmaringer Str. 1 in 10713 Berlin (Wilmersdorf) – ein Atelier
Deadline: 28.01.2020
In dem ehemaligen “Haus der Gesundheit” befinden sich im 3. und 4. OG insg. 26 geförderte Ateliers. Im 3. OG kann ein Atelier erneut…

 

aktuelle Atelierausschreibung (PDF)