Archiv der Kategorie: Dokumentation

Livestreams zur aktuellen Ausstellung

Künstlergespräch [Livestream] am 19. November 2020

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Valérie Favre (Frankreich/Schweiz/Deutschland) im Gespräch mit der Künstlerin Anna Schapiro (Russland/Deutschland).


Künstlergespräch [Livestream] am 12. November 2020

Valérie Favre (Frankreich/Schweiz/Deutschland) im Gespräch mit den Künstler*innen Asana Fujikawa (Japan/Deutschland) und Driss Ouadahi (Algerien/Deutschland).

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Eröffnung des BUREAU DES SUICIDES BERLIN – PARIS

Valérie Favre im Gespräch mit Thomas Macho, Kulturwissenschaftler/Philosoph, Direktor des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften, Wien und Geraldine Spiekermann, Kunsthistorikerin, Universität Potsdam.

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Neues Video: Manfred Paul | MAUER

Hier nun die Dokumentation zur Ausstellung Manfred Paul: Mauer | Fotografie

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Dokumentation der Ausstellung “Manfred Paul: Mauer | Fotografie” vom 6.11.2019 bis 12.1.2020 der Galerie Pankow Berlin.

Transkription des Videos

Manfred Paul: Ich bin ja eigentlich so von Natur aus kein 
Dokumentarist; habe mich aber dann eigentlich  

während des Prozesses dann dazu entschlossen, 
dass eigentlich das Ereignis doch sehr bestimmend ist  

und wollte eigentlich das Gefühl, was ich 
habe, versuchen mit Bildern irgendwie zu erklären.

Das war ja mehr eigentlich dass man so einen 
bestimmten Lebensraum hatte, der ja durch die  

Mauer sehr stark beeinflusst wurde. Also das 
Verhalten, das Reagieren, es ging immer um Mauer,

irgendwo ist Schluss und darauf zu reagieren, 
was passiert eigentlich jetzt, wenn die weg ist.

Und dann wollte ich eben vor allen Dingen diese hier, die Kleinen, wollte ich auch auf diesem Papier bringen.

Und die Polaroids und die Panoramen und die Großen würden auf dem Papier kommen.

Annette Tietz: Manfred, du bist 1989, gleich nachdem die Mauer gefallen ist, losgegangen, um diese Situation zu fotografieren.

Die Mauer hat sich ja unmittelbar hinter deiner damaligen 
und heutigen Wohnsituation befunden, in der Ystarder Straße.

Was war für dich der Anlass?
Manfred Paul: Eigentlich war ich erst mal am Anfang sehr irritiert, dass das stattfand

und hatte das eigentlich gar nicht so 
ernst genommen. Als ich dann aber begriffen habe,

dass da irgendwas fällt, was jahrelang als unzerstörbar galt,
bin ich eigentlich losgegangen, erst noch gar

keine Vorstellung, was ich mache, sondern die
Situation hat mich eigentlich beherrscht,

mehr oder weniger. Ich habe versucht dann auf
die Situation zu reagieren und während des ganzen

Prozesses des Bildermachens sozusagen, eigentlich
auch für mich irgendwie eine Idee zu entwickeln.

Aber das Ereignis war schon das Entscheidende erstmal.

Das war natürlich absurd, dass ich im Grunde als ich nach Berlin ging,
weil ich an der Filmhochschule Kamera studieren wollte,

dann ausgerechnet in die Ystader Straße kam.
In der Ystader Straße liefen eigentlich schon so eine Art Vorklärer.
Also das waren Polizisten, die immer guckten, wer da so geht.

Und wenn man vom Lande kommt,
wo man als Kind irgendwie über Berge laufen konnte, 
endlos, war das natürlich für mich irritierend,

dass es auf einmal Schluss war. Hier war zu Ende. Ja und so endgültig.
Und es klang so, als ob die nie wegfällt.

Diese Discofotos, die Porträts, die würden jetzt so eine 
Größe haben. Die einen waren ja zu groß, die wir hatten.
Und das wären jetzt die auf dieser Größe in den 50×60 Rahmen.

Annette Tietz: Also ich finde dieses Foto von dem Bahnhof Bornholmer Straße,

S-Sahn Bornholmer Straße, in diesem Zusammenhang ganz schön,
weil mich das persönlich so berührt.

Das ist ja eine Situation,
die man sich heute nicht mehr vorstellen kann.

Dass also hinter dem S-Bahnhof Schönhauser Allee
in der S-Bahn die Türen zugemacht wurden,

Gas gegeben wurde und dann ist man durchs 
Niemandsland der Grenze durchgefahren

und in Pankow wurden die Türen wieder aufgemacht.
S-Bahnhof Pankow.

Und in der Situation stand der Bahnhof damals und
ich kenne den auch nur in dieser verlassenen Situation.

Annette Tietz: Du hast ja erst mit den Fotos angefangen mit 
der Plattenkamera und dann hast du später noch Polaroids gemacht.

Manfred Paul: Ja. Und da kam die Idee, 
eigentlich das mal auszuprobieren

und habe dann festgestellt, dass das eigentlich
diese momentane Situation, die sich so schnell

verändert, eigentlich eine Möglichkeit wäre,
um mit Polaroids das für mich festzuhalten.

Annette Tietz: Das sind ja eigentlich Notate.

Manfred Paul: ja das sind so wie Tagebucheintragungen.
Und mich selbst dann auch zu verständigen, was da passiert

weil ich glaube, als Fotograf denkt man
eigentlich mehr mit Bildern,

also nicht mit Worten und man versucht nicht wie
Literaten das zu formulieren, sondern versucht  

das über Bilder sich zu erklären. Und ich habe 
eigentlich immer versucht, mir mit Bildern meinen

Sinneseindruck zu erklären. Also meistens ist das 
Bild weiter vorn als nachher die Erklärung.

Annette Tietz: Die kommt dann hintendrein.

Annette Tietz: Wir kommen jetzt hier zum Schluss
noch zu den Panoramen.

Welche technischen Möglichkeiten hast du dafür genutzt?
Hast du die auch mit der Plattenkamera gemacht?

Manfred Paul: Ja, entstanden ist es eigentlich dadurch, 
dass ich gemerkt habe, dass irgendwas noch fehlt beim Arbeiten .

Und ich wollte eigentlich diese Unendlichkeit,
die sich da durch so eine Landschaft zieht,

so eine Stadtlandschaft, 
die wollte ich versuchen darzustellen und in seiner Globalität.

Annette Tietz: Das ist ja auch wichtiger Aspekt, der dass Einzelfoto,
den Ausschnitt nochmal ergänzt.

Manfred Paul: Wie einfach so eine Stadtlandschaft
zerschnitten wird, geteilt wird.

Ich meine, als ich die anderen, 
da hatte ich immer das Gefühl, vorher war das  

so wie ein Golem, der da so mächtig steht, dann liegt er 
dann auch auf der Erde und alle latschen drüber.

Und die Zeit, die wir in dahinter 
verbracht hatten, war auf einmal weg.

Das interessiert auch keinen mehr heute, wie wir das erlebt haben.
Annette Tietz: Das war ja mit ein Anlass  

auch diese Ausstattung so zu machen und 
zu zeigen oder nochmal Aufmerksamkeit darauf

zu lenken, wie die Situation für die diejenigen gewesen ist,
die also wirklich im Osten gelebt haben.

Gerade diese Diskussion und die Debatte 
in den zurückliegenden Jahren ist ja sehr

westlich und sehr ideologisch bestimmt gewesen. 
Und es ist ja unser Leben gewesen

und wir haben ja auch eine eigene Perspektive darauf
und ich sehe sehr stark eben auch diesen Blick.

Eugen Blume: Was wir feierlich bedenken sollen, so hört man, 
ist der Eintritt in die Freiheit. Was aber ist

das Wort Freiheit anderes als ein Begriff 
von äußerster Fragwürdigkeit, bei dem es

vor allem darauf ankommt, wer ihn im Munde führt.
Man sollte denjenigen grundsätzlich misstrauen,

die Freiheit ohne Zögern und ohne utopisches 
Verlangen ausstreuen wie hohles Zuckerwerk.

Felix Martin Furtwängler | BASTA! – Malerbücher und grafische Werke

Felix Martin Furtwängler | BASTA! – Malerbücher und grafische Werke

Abbildung: "Furtwängler goes Underground"

Felix Martin Furtwängler “Furtwängler goes Underground”, 2018, bemalte Schallplatte, Durchmesser 30 cm, © 2020 VG Bild-Kunst, Bonn

Ausstellung vom 17. Juni bis 30. August 2020
Eröffnung am Dienstag, dem 16. Juni 2020, von 16 bis 22 Uhr
Einführung: Annette Tietz, Leiterin der Galerie

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Einführung zur Ausstellung: Annette Tietz, Leiterin der Galerie

Die Ausstellung wird am Eröffnungstag von 16 bis 22 Uhr sowie zu den Sonderöffnungszeiten für die Besucher*innen unter Beachtung der Hygienevorschriften zugänglich sein. Die Einführung wird digital präsentiert.

Zur Ausstellung erscheint das Künstlerbuch Sinnphobie der Worte. A POETOMAR.

Nutzen Sie bitte auch unsere digitalen Angebote.

Felix Martin Furtwängler ist Maler, er ist Zeichner, er beherrscht und benutzt alle gängigen druckgrafischen Techniken. Sein Schaffen ist rastlos und maßlos in einem besten Sinne. Aus einer überbordenden Phantasie und dem Drang zum lustvollen Fabulieren heraus entstehen stetig neue Werkkomplexe, welche die technischen und handwerklichen Möglichkeiten eines Mediums ebenso austesten wie sie die einzelnen künstlerischen Ausdrucksformen verbinden und deren Grenzen auflösen. Aspekte und Elemente wie Klang, Rhythmus, Wort, Bild, Farbe und Form werden unkonventionell miteinander verwoben und in ihrem Zusammenspiel sinnlich wie intellektuell neu erfahrbar. Den grafischen Blättern und Zyklen Furtwänglers liegen eigene Texte oder (welt)literarische Vorlagen zugrunde und gehen mit diesen eine bildhafte Symbiose ein.
Ein Kristallisationspunkt seines Schaffens sind die „Malerbücher“, die Furtwängler in ungewöhnlicher Personalunion als Künstler und Verleger herausgibt, ermöglicht durch sein handwerkliches und technisches Know-how. Seine Arbeitsweise zeichnet sich dabei weniger dadurch aus, dass in logischer Folgerichtigkeit Text und Bild in Kongruenz zueinander gebracht werden. Vielmehr geht er über die konventionelle Illustration eines Textes als bildliche Entsprechung eines Narrativs hinaus und verbindet die klassischen Bestandteile eines Buches wie Text, Bild und typografische Gestaltung zu einer Einheit gleichwertigen Ranges.
Die Ausstellung BASTA! Malerbücher und grafische Werke präsentiert ausgewählte Malerbücher und Objekte von Felix Martin Furtwängler und sie gibt einen Einblick in das vielseitige grafische Werk des Künstlers.

Felix Martin Furtwängler (1954 in Karlsruhe geboren) studierte Werbegrafik an der Kunstschule Alsterdamm in Hamburg und wechselte 1972 nach Berlin an die Hochschule der Künste, wo er 1973/74 die Schule für Werkkunst und Mode, 1975/76 den Studiengang Produktdesign besuchte und von 1977 bis 1982 freie Malerei und Grafik studierte. 1982 war er Meisterschüler bei Gerhart Bergmann. Seither entsteht eine Vielzahl von Künstlerbüchern und Buchobjekten. Furtwängler realisiert viele Ausstellungen und zahlreiche seiner Werke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten.

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Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa
Ausstellungsfonds Kommunaler Galerien

Videodokumentation der Ausstellung Gerhard Kettner: Beim Begehen des Grundes

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Dokumentation zur Ausstellung in der Galerie Pankow
vom 20. März 2019 bis 19. Mai 2019

7:25 Muniten / HD

Transkription des Vdieos

Anke Fröhlich-Schauseil: Was sein Werk auszeichnet, ist die 
Konzentration auf die Zeichnung. Also Malerei,

Collage, andere Techniken kommen überhaupt
nicht vor und die Konzentration auf das Bildnis.

Marlies Giebe: Ich sehe meinen Vater auch als Pädagogen;
das muss ich sagen hat. Er ja sein Leben lang an der Hochschule unterrichtet.

Und ich glaube genauso ernst, wie er seine Kunst genommen hat,
hat auch die Aufgabe des Lehrens gesehen.

Er hatte ja ein Atelier in der Hochschule
und war als auch wirklich immer an der Hochschule präsent,

Das war eigentlich sein zweites Zuhause.
Er hat dort gelebt und

war für seine Studenten auch da in den langen Jahrzehnten.

Manfred Zoller: Wenn der Name Kettner fiel, dann war das
eigentlich immer ein Zeichen für sehr gutes Zeichnen

und da wurden  dann auch noch konkretere Dinge gesagt.
Kettner persönlich habe ich erst 1973 kennengelernt

und das Zeichnen wurde dann so intensiv, dass ich doch 
überlegt habe, möchtest du nicht doch jetzt noch mal

Kunst richtig studieren, an eine Akademie gehen.
Und da hab ich mir einen Termin geben lassen,

bei Kettner, 1973, der damals schon
eine Professur hatte und Rektor war.

Kettner, der ein sehr sozial denkender Mensch war,
hatte einfach die Befürchtung, dass der junge Mann,

der sich bei ihm meldete, tatsächlich dieses anspruchsvolle
Medizinstudium, was ja auch Geld kostet,

abbrechen würde und sagte, Sie können jederzeit
wiederkommen, aber machen sie das Studium fertig.

Anke Fröhlich-Schauseil: Er hat sich dann eher abgearbeitet
an den immer wieder gleich Modellen; seiner Mutter,

seiner Frau Gitta Kettner, die ja selber Künstlerin war,
an den Kindern und hat im Durchgang durch’s immer  

Gleiche versucht aber so eine Intensität zu finden,
die das ist, was uns heute noch anspricht.

Sonst würden wir ja jetzt nicht gucken 
und dann doch auch eintauchen oder rangehen an die Bilder. 

Annette Tietz: Besonders schön finde ich sieht man das in dem Bild ‘Frau M. im Schaukelstuhl’. Das ist eine alte Frau mit ihrem Stolz und dem abwartenden Blick.

Da ist ja auch ganz viel an Emotion, an liebevoller Zuwendung da,
Respekt ihr gegenüber.

Anke Fröhlich-Schauseil: Ganz genau. Dann auch eine Ambivalenz. Sie sind nie so eindeutig im Ausdruck, sondern so vielschichtig wie er ein Gegenüber wahrnimmt,

zwischen Trauer und Resignation und Trotz und 
vielleicht einem ganz winzigen Lächeln.

Das nimmt er nicht nur war, sondern er findet auch 
ein Ausdruck dafür in der Zeichnung. Und das ist

glaube ich auch was, was die Betrachter heute noch anspricht,
dass man merkt trotz aller Knochigkeit und Scharfsichtigkeit,

die manchmal bis kurz vor die Karikatur geht,
liebt er sein Gegenüber.

Bernd Heisig: Das Leonhardi Museum hat eine besondere 
Zuneigung zur Zeichnung und Skulptur und  

da ist Kettler natürlich der wichtige Mann in
Dresden und da gibt es eine neue Generation

von Studenten, die zwar den Namen gehört hat,
aber gar keine Bilder gesehen hat und

wir fanden es also an der Zeit, das nochmal zu machen
und auch einen schönen Katalog zu machen. Das war  die Idee.

Annette Tietz: Siehst du, dass es
notwendig wäre, ihn neu zu bewerten?

Naja ich finde ich finde, man muss Künstler immer wieder mal vorholen
und vorzeigen, dann wird der Rang ja deutlich.

Wir haben kaum eine Ausstellung gehabt, die so viel 
besucht war wie die von Kettner. Es ist schlimm,

wenn die Sachen verschwinden und wir hatten hier eben das 
Glück, dass wir aus dem Vollen schöpfen konnten.

Heidi Vogel: Das habe ich als das große Geschenk empfunden.
Er war jemand, der hielt aus, dass andere anders sind.

In dem man Kunst studiert, weiß man ja, dass man eine  Behauptung aufstellt.

Kann ich der also genügen und dann
das ganze politische Umfeld, das ist ja klar, das floss natürlich ein.

Anke Fröhlich-Schauseil: Und es wurde aber auch schon 
zu Lebzeiten so verstanden, dass er sich auf

das Naheliegende, das Nächstliegende, nämlich die 
Freunde und Verwandten, sein häusliches Umfeld

konzentriert hat, weil anderes, beispielsweise 
Historienmalerei, natürlich kontaminiert war.

Durch die Formalismusdebatte in der DDR 
zum Beispiel. Und alles was Pathos oder

Ansprache oder Anklage oder Überredung
oder Kommentar sein könnte in der Kunst,

das wollte er weg lassen, sondern sich an dieses 
Gegebene erhalten. Eigentlich eine sehr redliche

Auffassung, wenn man ansonsten den Umständen 
auch ein bisschen ausgeliefert ist oder eben den als Druck empfunden hat. […]

Manfred Zoller: Kettner hat kein Wert gelegt auf einen bestimmten Stil.

Womöglich noch das in seiner Art gezeichnet werden sollte, sondern er wollte

einfach die jungen Leute anregen und offen halten, 
dass sie etwas Eigenes finden, ihren eigenen Weg gehen

und später vielleicht auch eine eigene Form finden.

Marlies Giebe: Ja es ist schon also berührend auf jeden Fall.
Für mich war die Ausstellung eine große Entdeckung.

Ich war erstaunt zu sehen, mit welcher Souveränität
diese Blätter eigentlich Bestand haben.

Bernd Heisig: Schade hat im Zusammenhang mit Kettner irgendwann mal gesagt,
der Zeichner muss viel mutiger sein als der Maler, weil jeder Strich sitzt.

Der Maler kann überarbeiten, kann übermalen.
Der Zeichner muss entschiedener sein,

tapferer sozusagen und irgendwie 
reizt mich das, also mit relativ wenig,

scheinbar wenig Sachen, doch so einen Reichtum zu 
erzeugen. Auch so eine Farbigkeit sogar zu erzeugen,

auch wenn man eigentlich nur schwarz-weiß ist.

Marlies Giebe: Ich freue mich eigentlich, dass auch die nächste Generation

mit viel Aufmerksamkeit diese Blätter
zum Teil zum ersten Mal sieht und die, die sie

wieder sehen eigentlich auch berührt sind.
Das haben mir etliche Bekannte oder Künstlerkollegen gesagt,

dass es für sie ein Erlebnis war, die wieder zu sehen.
Die Erwartung habe ich, dass dort wieder Leute Lust kriegen,

zu zeichnen und die Zeichnungen als Medium weiter wertschätzen.

Tennis-Elephant Ausstellungsdokumentation | neues Video

Wir freuen uns, unser neue Video vorzustellen. Es war eine spannende und vielfältige Ausstellung und wir hoffen ihr mit unserem kleinen Film gerecht zu werden.

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Produziert im Rahmen der Ausstellung Tennis-Elephant | T.E. & Freunde, Ausstellung vom 23. Januar bis 03. März 2019 in der Galerie Pankow.

mit Tennis-Elephant: Moritz Schleime ~ Alexander Klenz ~ Marcus Wittmers ~ Saskia Buwert ~ Patrick Gutschmidt ~ Hanna Hennenkemper ~ Henning Hennenkemper ~ Andreas Koletzki ~ Tammo Winkler ~ & ~ Rosalie Dupré ~ Christian Forsen ~ Moritz Frei ~ Jürgen Grewe ~ Steffi Klenz ~ Petra Lottje ~ Franz Rodwald ~ Anton Schwarzbach ~ Nele Winkler

Neues Video: Kurt Buchwald: Limes Mundi

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Dokumentation zur Ausstellung
Kurt Buchwald: Limes Mundi – Die Umkehrung der Sicht | Fotografie
September bis 28.Oktober 2018 in der Galerie Pankow
Mehr Informationen zur Ausstellung hier >>
5:54 Minuten / HD

Transkription des Videos

Kurt Buchwald: Das Spiel mit der Wahrnehmung
ist eigentlich ganz wichtig.

Ich zähle ja zur Wahrnehmung eine ganze Menge.
Dass man hier natürlich bloß Fotos sieht, ist eine andere Sache.

Also für mich war ja auch der Körper mal zum Anfang sehr interessant;
dass ich mich sozusagen ins Bild begebe, körperlich

und dann davon Aufnahmen mache. Und das war sozusagen für mich
ein Beobachten dessen, was man macht, durch ein anderes Medium.

Das Problem ist ja immer der Erkennbarkeit der Welt.

Und mit dem Rohr wird es eben soweit interessant, da die Grenze,
deswegen heißt die Ausstellung ja auch “Limes Mundi”,

die Grenze eng gezogen wird.
Wir bewegen uns in der Wahrnehmung in einer engen Grenze.

Und das Rohr verkörpert diese Grenze.

Deswegen heißt die Serie ja auch “Im Kreis der Wahrnehmung”
und da fällt nur noch ganz wenig Licht rein.

Wenn ich das Rohr ein bisschen anhebe, kommt von dieser Seite Licht rein.

Das ist man nicht gewohnt. So hat man den Gegenstand noch nie gesehen.

Und so wird dieser Gegenstand völlig anders interpretiert
und so funktioniert eben unsere Wahrnehmung.

Das ist eine Konstruktion. Das Gehirn überlegt immer, was kann es sein,

versucht das abzugleichen und da findet es irgendwie was.

Und dann denkt man: das ist das, aber wenn man dann ein bisschen

rationell dann ran geht, also mit Wissen sozusagen über die Dinge,

dann kommt man zu dem was man da eigentlich sieht.

“Der Observator” ist eine Weiterentwicklung der “OM Station”.

Das war eine Beobachtungsstation,
die ich im Ruhrgebiet mal aufgestellt habe zum Festival.

Und ich glaube dann so paar Jahre später

hatte ich die Einladung nach Slubice zum
Festival von Miloszy Olek (?) und dachte mir,

ich könnte da so eine Beobachtungssituation
zwischen Polen und Deutschland installieren.

Ich habe mich dann entschieden für eine mobile Station,
die man sozusagen rumfahren kann.

Also die man von Polen nach Deutschland schafft
und wieder umgekehrt.

Damals war ja noch die Grenze
kontrolliert, das heißt wir mussten durch

die Grenzkontrolle durch mit dem Observator.
Und die Observation, oder sagen wir mal,

das Beobachten, ist ja eigentlich ein altes Thema von mir.

Denn wenn ich sozusagen fotografiere oder ein Film mache,
ist ja automatisch eine Beobachtungssituation

und auch eine Observationssituation.

Und ich habe mir mal Gedanken gemacht,
ja was es ist denn so das Medium Fotografie.

Was gibt es denn da so für Hintergründe und für Möglichkeiten.

Und da ist natürlich die Observation eine ganz interessante Geschichte.

Man muss sich da eigentlich im Klaren sein,
dass objektive Wahrnehmung ganz schwierig zu realisieren ist.

Und der Fotograf kommt an, macht ein Bild und sagt,
das ist die Wahrheit. Das kann es aber nicht sein.

Also ich sagte ja schon vorhin, dass ich so die Empfindung habe,
dass die Wahrheit eine Konstruktion ist.

Und die ist ja nicht bloß eine Konstruktion,
sondern sie ist auch eine Machtfrage.

Deswegen habe ich auch noch andere Erfahrungen gemacht.
Die ist natürlich aus dem Osten gekommen,

dass die Behörden natürlich auch solche
Leute sind die natürlich behaupten,

dass es so und so und so ist, es ist aber nicht so.

Ich hatte auch “fotografieren verboten” gemacht
und da habe ich die Leute auch damit sehr irritieren können.

Und wenn ich dann sozusagen als Amtsperson aufgetreten bin,

ich sage: ich untersage hier von Amts wegen das Fotografieren,
dann haben die Leute das auch akzeptiert.

Und deswegen habe ich dieses Amt für Wahrnehmungsstörung

1993 gegründet und heute sind wir ja ziemlich nahe dran
mit diesen ganzen Fakes, die überall ablaufen.

Kurt Buchwald: Ich habe so eine Ader für obskure Sachen
oder wo ich sozusagen ein Antiporträt mache,

weil die Blende sozusagen den
Zugriff auf die Person verweigert.

Also da muss man sich wirklich fragen,
ist das noch ein Porträt oder was passiert da eigentlich.

Oder warum mach ich jetzt so ein Porträt
oder warum könnte ich jetzt so ein Porträt machen.

Und es findet ja nicht nur bei mir statt,

so eine Veränderung der Porträtsituation.
Man sieht sieht es ja auch bei Kollegen

in den letzten Jahren, dass das
immer mehr relativiert wird.

Also das wo man sagt,
ja das ist so eine humanistische Auffassung.

Man muss den Menschen sehen und alle in total;
das tritt immer mehr zurück.

Kurt Buchwald: Ja ich habe mich immer für Philosophie interessiert, für Geschichte.

Da ist die Fotografie dann eben doch ein Mittel sozusagen.
Wie wenn ich etwas auf schreiben würde, wo ich mich dann

weiter unterhalten kann, wo ich auch was festhalte.
Mit einem Foto kann man ja noch wieder was machen.

Das holt man heraus, betrachtet man wieder,
man findet wieder neue Sachen dazu.

Und die Frage ist ja auch, wenn ich was anschaue,

wie schaue ich das an und
wie interpretiere ich das Ergebnis.

Neues Video: Sabina Grzimek „Aus den Zeiten“

Hiermit präsentieren wir stolz unsere Ausstellungsdokumention anlässlich der Ausstellung

Sabina Grzimek „Aus den Zeiten“ | Radierungen und Übermalungen

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Dokumentation zur Ausstellung in der Galerie Pankow
vom 24. Januar bis 1. April 2018

6:12 Minuten / HD

Transkription des Videos

Sabine Grzimek: Künstler, die mir nahestehen oder Menschen,
die mir nahestehen, die habe ich überall,

wenn ich gereist bin und überall mal sind das einige 
Wenige. Aber die gibt es überall und die suchen

und manchmal haben die sogar ein ähnliches Problem
oder eine ähnliche Idee gerade.

Also ich denke, das viel mehr alles vernetzt ist,
dass wir viel mehr miteinander verbunden sind, als man denkt.

Man muss eine abstrakte Idee haben, sonst hat das Menschenbild kein […]

Sonst ist das alles lächerlich.
Man kann ja keinen Menschen, man ist ja kein Schöpfer.

Man ist ja nur einer, der eine Idee davon schöpft.
Abstraktion ist für mich in jeder gestalteten Arbeit.

Das ist das Gerüst, weshalb dieser reboot ist.
Und Abstraktion, eine gute Abstraktion,

auch in einer Kirchenplastik oder in guten, alten 
Figuren oder Bildern ist immer ein Abstraktes.

Wir haben das so gelernt mit Unterteilung,
der goldene Schnitt. Das ist für mich abstrakt.

Mit 16 war ich in Peetsch mit der Kunsthochschule,
Budapester Kunsthochschule, und da
habe ich gemalt, von morgens bis abends, 14 Tage lang.

Und dann dachte ich, das wäre ja toll, ein 
ganzes Leben lang malen, malen.

Bei der Gertrud Classen war ich in dem Bildhauerzirkel,
erstmal haben wir Akt gezeichnet in Pankow
im Abendkurs, während ich in die zwölfte Klasse ging.

Und dann hat sie unten in ihrem Keller,
da hatte sie ihr kleines Atelier.

Da haben wir nach einem Modell einen Kopf gemacht.
Das war für mich sehr anstrengend.

Also wie gestaltet man ein Auge, wie einen Mund und diese 
ganzen Dinge zusammen. Das war für mich etwas ganz Neues

und das war nicht nur schön, sondern auch anstrengend.
Das war für mich die Sache, dass ich dachte,

dass man sich doch in die Bildhauerei mehr vertiefen kann.
Tiefer gehen kann, wenn man möchte.

Sabine Grzimek: Das Schöne war bei der Zeichnung,
dass ein wichtiger Strich das Allerwichtigste war.

Manchmal wichtiger als eine große Figur oder so, 
an der man zehn Jahre gearbeitet hat.

Durch Arno Mohr bin ich zur Radierung gekommen.
Bei dem habe ich im Grundstudium gelernt,

wie man Platten vorbereitet, den Grat feilt
und wie man druckt und alles Mögliche.

Und für mich blieb dann die Radierung das Einzige,
wo ich alleine zu einem Ergebnis kommen kann,

ohne dass mir jemand reinredet.
Und das durchzieht mein Werk, weil ich eine Idee

dann auch vielleicht fünfmal habe oder dreimal 
oder viermal, nicht einmal und weg ist.

Und ich habe sie in meinen Zeichenschränken und 
ich sehe sie und bei mir entwickelt sich eine Figur,

oder eine Idee für eine Skulptur, langsam über die Jahre.
Und ich brauche immer den Rückhalt oder die Ermahnung,

vielleicht von der Radierung oder von einer Zeichnung.
Eine Zeichnung vergleicht ganz schnell, eine Radierung habe ich fünf-, sechsmal.

Wichtig sind mir auch diese Grafiken von der 
Zia Maria, die du sehr schön präsentiert hast

und den kleinen Figuren, die ich leider nur dazu geschafft habe.
Bei diesem Zyklus, den ich da gemacht habe,

war das wahnsinnig. Erstmal sind das junge, schöne 
Menschen; aber es geht nicht um schön,

sondern dass die offen sind. Die sich auch gefreut haben,
dass man sie zeichnet und auch über die Blätter sich gefreut haben.

Ich habe ihn ja auch ab und zu mal eins gegeben.
Und vor allem habe ich gemerkt, diese Zusammenarbeit von denen.

Sie haben sehr gute [?schaffen]
im Miteinanderumgehen.

Durch die Bewegung sind plötzlich Wesen entstanden,
die nebenbei noch entstanden sind.

Und dass ist noch eine Sache, die mich sehr interessiert.

Diese Art, dass da was entsteht, dass das etwas Geheimnisvolles entsteht.

Es ist schön, dass das so 
angenommen wird und so zurückkommt. Das ist auch für  

mich ein Anstoß in dieser Sache noch mal ran zu gehen
Vielleicht schaffe ich auch noch die Figur. Mal sehen.

Eine Kooperation mit der Lyonel-Feininger-Galerie, Quedlinburg.

Logo Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg

Video: druck_sache | Tendenzen zeitgenössischer Druckgrafik

DRUCK _ SACHE

Tendenzen zeitgenössischer Druckgrafik

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Dokumentation zur Ausstellung in der Galerie Pankow
vom 18. April bis 10. Juni 2018

9:06 Minuten / HD

Transkription des Videos

Also wenn man malt oder zeichnet, 
ist das der Prozess, den man im Atelier alleine macht

und sobald man vielleicht in die Druckgrafik geht,
verlässt man ja sein Atelier und geht

in einen anderen Raum und die Anonymität 
ist vorbei und dann wird das sozusagen ein Miteinander oft.

Und als ich anfing mit der Lithografie, dieser dicke Stein,

wo der sich bemühen muss, das zu schleifen.
Der schleift dann den großen Stein.

Und jetzt soll man auf diesen großen, 
dicken Stein etwas Freies draufmachen.

Er wird abgespült und dann wird der Stein getrocknet 
und dann kann er reingetragen werden und bezeichnet werden.

Lothar Böhme: Aber ich mache es gerne wegen eben dem 
schönen Haus wir unterhalten uns über die heutigen Dinge.

Dann kommt man hin und dann ist da eine wunderbare Atmosphäre.

Und dann guckt man auf den Stein drauf und dann fängt man an.

Und je länger man das macht, wir machen das ja fast schon jahrelang,
verliert man die Scheu, das zu machen.

Steffen Tschesno: Und das ist auch für mich das Interessante zu sehen,
dass zwei Maler, wie unterschiedlich sie sozusagen

mit dem Medium Grafik umgehen. Der eine als zeichnerisches Medium
und der andere sieht es als malerisches Medium.

Und das geht in beiden Techniken. Und in anderen natürlich auch noch.

Auch im Holzschnitt kann man natürlich malerisch 
arbeiten oder zeichnerisch arbeiten.

Und das finde ich oft sehr, sehr interessant.

Und über den Prozess, den Lothar
beschrieben hat und auch den Said beschrieben hat,

also dass das man sieht, dass also Said in seinen Arbeiten,
wo er Maler ist, also auch in der Druckgrafik,

egal ob in der Radierung oder auch in der Lithografie,
immer einen malerischen Ansatz hat in seinen Arbeiten

und bei Lothar und Anna ist es,
also vor allem bei der Radierung sieht man das,

eigentlich doch, dass sie auch in der Art arbeiten 
wie sie auch zeichnen.

Annette Tietz: Das ist die Suche wieder nach dem Auratischen des Kunstwerk
und der Einmaligkeit des Bildes; das steckt dahinter.

Und das kann man durchaus also erzeugen,
in dem man sich mit dem Blatt Papier, der Druckplatte,

dem Stein auseinandersetzt. Die Möglichkeit 
oder die Beschränkung des Materials annimmt

und innerhalb, also dieser Beschränkung, aber 
auch wieder zur eigenen Formulierung findet.

Das war eigentlich die Überraschung zu sehen,
dass es so viele junge Künstler an

unterschiedlichen Hochschulen gab,
die sich der Technik wieder zugewandt haben.

Das war für mich erstens, interessant zu sehen und 
zweitens, auch mal wichtig, einen Einblick in die

zeitgenössische Druckgrafik zu geben, weil es an 
anderer Stelle so bislang nicht stattgefunden hat.

Anna Slobodnik: Die Druckgrafik macht so ganz andere Dinge
mit einem Bild während ich male.

Da das ein langsamer Werdeprozess ist, kann man eine 
Druckgrafik natürlich auch sehr oft überarbeiten,

aber man druckt erst einmal 
und man hat ein Produkt und dann kann man sich entscheiden,

möchte man weiter arbeiten.
Man hat immer dieses “fertig”, das ist ganz faszinierend.

Annette Tietz: Es ist sicherlich auch eine Rückbesinnung auf
eine Form von Kunst, die auch etwas mit Handwerk zu tun hat.

So im Sinne also des eigenen Herstellens 
und des Könnens, was damit verbunden ist.

Da steckt ja sehr viel Können und vor allen Dingen 
auch sehr viel Wissen dahinter,

was heute auch nur noch an wenigen Stellen weitergegeben 
wird und an so einer Stelle ist es dann durchaus

auch von Relevanz, dass es noch Druckwerkstätten gibt,
also so die von Steffen Tschesno, das Lithografieatelier

und die solche Kenntnisse, dieses Wissen vermitteln und Künstler auch begleiten.

Said Baalbaki: Ich habe angefangen in Beirut vier Jahre nach 
dem Ende des Bürgerkriegs. Das heißt in sehr

miserablen Zustand studiert und
wir waren 20 Leute gepresst in einen kleineren Raum als hier.

Wir hatten keine Druckwerkstätten, wir hatten nichts.

Und als ich nach Berlin kam, habe ich gesehen, was man für Luxus hier hatte.

Annette Tietz: Freie Druckgrafik spielt heute eigentlich
keine große Rolle in der zeitgenössischen Kunst.

Wird eigentlich nicht gehandelt, wird von der Wissenschaft,

also von der Kunstwissenschaft, nicht mit einem 
besonderen Interesse wahrgenommen.

Das Überraschende daran ist, dass die Grafik trotzdem 
existent ist und das sich insbesondere viele

jüngere Künstler den traditionellen Techniken 
wieder zugewandt haben aus; unterschiedlichen Gründen.

Zum Einen um auch etwas Besonderes für sich zu finden,
in der Formulierung ihrer eigenen künstlerischen Ideen.

Und dem kommen druckgrafische Techniken offensichtlich also auch
ein Stückchen näher, mit der Möglichkeit des Experiments.

Das wird heute nicht mehr im Sinne
dieses klassischen Auflagendrucks, Druckgrafik, hergestellt.

Druckgrafik findet man heute sehr stark, nach wie vor,

im Zusammenhang mit der Entstehung von 
Editionen, im Zusammenhang mit Büchern

und in Form von Unikaten, als experimentelle Arbeiten und 
darin also durchaus gleichrangig zu Zeichnungen.

Annette Tietz: Aber es ist ein Interesse für die Technik da
und die Druckgrafik ist nach wie vor existent.

Die Techniken werden von vielen Künstlern genutzt;

zum Teil ausschließlich in ihrem künstlerischen Werk.
Es hat sich ein Wandel ergeben.

Said Baalbaki: Wenn ich über ein Projekt nachdenke,
dann denke ich direkt auch, was soll das Medium sein.

Soll ich mehr die Radierung einsetzen als die Lithografie
oder ist es ein Holzschnitt und all diese Aspekte.

Wenn man das noch nicht richtig vertieft hat,
dann kann man das nicht so schnell wissen.

Dann muss man auch die erfahrenen Leute nochmal fragen, dann ausprobieren 
und das kostet alles auch Zeit, Aufwand und Geld.

Annette Tietz: Es entspricht der Aufgabe kommunaler Galerien,
Kunst zu zeigen, die der Markt nicht berücksichtigt

oder die nicht gehandelt wird. Und dazu 
zählt Druckgrafik auf jeden Fall auch.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Katharina Albers, Ayman Baalbaki, Said Baalbaki, Magdalena Beger, Lothar Böhme, Paula Carralero Bierzynska, Felix Martin Furtwängler, Agustín García, Dieter Goltzsche, Liat Grayver, Claas Gutsche, Konrad Henker, Hanna Hennenkemper, Philipp Hennevogl ,Horst Hussel, Gabriela Jolowicz, Mark Lammert, Wolfgang Leber, Kazuki Nakahara, Hans Scheib, Frank Sievers, Anna Slobodnik, Sebastian Speckmann, Strawalde, Genaro Strobel, Muriel Tauber, Eva Vent, Uta Zaumseil


Mit freundlicher Unterstützung durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa
Ausstellungsfonds Kommunaler Galerien

Video: Walter Libuda – Magische Areale | Arbeiten mit Papier

Anlässlich der Ausstellung Walter Libuda – Magische Areale | Arbeiten mit Papier haben wir einen kleinen filmische Dokumentation produziert.

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Dokumentation zur Ausstellung in der Galerie Pankow
vom 15. November 2017 bis 14. Januar 2018.
7:09 Muniten / HD
Realisierung: Enkidu rankX
Mit Walter Libuda und Annette Tietz

Dank an dieser Stelle nochmals an alle Beteiligten und Partner, besonders aber an Walter Libuda. Ausstellung und Katalog verdanken sich einer Kooperation zwischen der Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg, dem Leonhardi – Museum Dresden und der Galerie Pankow Berlin. Mit freundlicher Unterstützung durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa Ausstellungsfonds Kommunaler Galerien.

Transkription des Videos

Walter Libuda: Für mich war nie die Landschaft, nie die
Szenerie als Stadt oder wie auch immer, das Animierende.

Sondern das war immer irgendwie etwas,
das existenziell mit dem Menschen zu tun hatte.

Ich brauche da Gleichnisse dazu.
Nicht Symbole, die man in Vorzeit für sich erarbeitet hat,

die irgendeine Art von Chiffre ergeben,
sondern etwas, was aus meinem Gefühl

und aus meinem Wissen, aus dem, was man 
versuchen kann, da unorthodox umzusetzen.

Also die Umsetzung einen hohen Wert
sozusagen auch bei mir erfahren hat.

Annette Tietz: Kannst du uns etwas über deinen
künstlerischen Werdegang sagen?

Walter Libuda: Ich hatte nie den Wunsch Künstler zu werden. Da war ich also irgendwie völlig raus aus dem, wie sonst oft junge Menschen eigentlich

von vornherein sehr früh sagen, ich will das werden.
Egal wie sich das noch mal ändert, aber die das wissen.

Ich wusste es nicht. In der Schule war
ich da nicht gut. Also gerade im Zeichenunterricht

hatte ich keine Erfolgserlebnisse. Also von der
Seite her hatte ich überhaupt keine Orientierung.

Aber diese Leute dann, als ich im Zirkel ihnen begegnet bin,
waren eigentlich sehr positiv und ermutigend.

Walter Libuda: Also ich habe dann studiert, an der HGB,
Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig,

und das war für mich auch sehr interessant,
weil ich da auch was über mich selber begriffen habe.

Also wie mein Temperament ist. Das habe ich vorher nicht
in dieser, sagen wir mal, Radikalität erfahren.

Und diese fünf Jahre sind eine relativ, für ein 
Menschenleben, kurze Zeit, aber für mich war es eine Zeit,

die noch kürzer war, dass man auf einmal
merkt, dass das, was man da angefangen hat,

eine Breite und Tiefe bekommt. Also eine Breite und 
Tiefe hinsichtlich dessen, das was einem dann als Bild, als Bilder einfiel, zuwuchs.

Annette Tietz: Walter, du bist Maler, Objektkünstler, Zeichner.
Welche Rolle spielt für dich die Zeichnung?

Also die Zeichnung,
also wenn du das jetzt so gesagt, das so genannt hast 

in dieser Reihenfolge, ist die Zeichnung für mich 
absolut gleichwertig. Das bedeutet, dass Malerei,

Zeichnung und Dreidimensionales im Grunde für mich
wichtige Fundstellen sind, um mich auch weiter zu bringen.

Das meine ich jetzt gar nicht mal didaktisch,
sondern ich merke, dass da aus dem einen Kräfte erwachsenen,

die mich also wieder sozusagen 
hinführen zu etwas, was für mich neu ist.

Damit ist eigentlich immer ein spannendes […]. Also ich muss nicht irgendwelche Behauptungen wiederholen, 

sondern ich lass mich, wenn man so will, fallen 
und habe keine Unterstützung durch irgendeine Sicherheitsroutine,

wie auch immer 
und fange von Null wieder an.

Und das ist für mich eigentlich bis heute Praxis.

Annette Tietz: Es ist deine erste Retrospektive der Arbeiten
auf Papier. Welche Rolle spielt für dich diese Ausstellung?

Also fantastisch. Also dadurch
dass es drei Stationen waren, konnte ich da

bestimmte Dinge bemerken, die ich sonst nicht 
bemerkt hätte. Das man eine Art von Pool hat,

die an drei Orten so anders in der Anzahl und 
in der Zuordnung sein kann und trotzdem immer eine,

für mich richtige und stabile Aussage hat.

Also in Dresden waren es ja im Grunde am wenigsten und in Quedlingburg,
da gings nicht um Zahlen, aber es ging darum,

dass diese Orte sehr unterschiedlich sind und
trotzdem die Sache stabil gemacht haben.

Und hier, wo ich denken würde, ich will das
nicht nachrechnen, der kleinste Ort ist,

für mich, dadurch dass das Räume sind, die getrennt sind,
die aber auf einer Ebene sind,

eigentlich die volle Retrospektive und eigentlich auch, 
ich will das jetzt nicht werten zu sehr,

aber irgendwo muss ich ja, eigentlich auch 
in der Steigerung. Wir hatten uns ja mal unterhalten

über welchen Ort, welche Zeit und sowas
und da kann man natürlich auch empfindlich reagieren.

Aber ich fand, Berlin als Letztes, da ist etwas,
was im Grunde wirklich vor Ort sich nochmal  

steigern müsste und dass das so gelungen ist, 
ich meine, da kann ich nur glücklich sein.

Neues Buch über Hähner-Springmühl bei Eine Art Fabrik / Film

Der Verlag “Eine Art Fabrik” hat eine schöne Publikation zu Gitte und Klaus Hähner-Springmühl herausgegeben, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.

Katalog: GHS/KHS

Gitte und Klaus Hähner-Springmühl: GHS/KHS – 72 Seiten, Format 30×21, Broschur, 2016

Gitte und Klaus Hähner-Springmühl: GHS/KHS
10,00 € inkl. 7% MwSt. zzgl. Versandkosten
72 Seiten, Format 30×21cm, Broschur, 2016

Die Galerie Pankow richtete im Jahr 2012/14 eine schöne Ausstellung zu Klaus Hähner-Springmühl aus zu der sie ebenfall einen Katalog und einen Film veröffentlichte. Hier noch einmal der Film und der Hinweis auf unsere Publikation, erhältlich in der Galerie.

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Abs.: Klaus Hähner-Springmühl – Richterstraße 9
Film-Essay / 2014 / 14:30 min. / HD
Konzept, Schnitt & Musik: Enkidu rankX
Produktion: Galerie Pankow / Einheit_7 e.V.
Interviewpartner: Thomas Florschuetz, Eckhart Gillen, Joerg Waehner, Karin Wieckhorst
Kofinanzierung: Bezirkskulturfonds Pankow


“Klaus Hähner-Springmühl in der Richterstraße 9”, Foto: Karin Wieckhorst

Richterstraße 9 – Hommage an Klaus Hähner-Springmühl
Herausgeber: Galerie Pankow / Kunstsammlungen Chemnitz – 2013
83 Seiten / Preis: 12,00 €
MIt Beiträgen von Annette Tietz, Anke Paula Böttcher,
Klaus Werner, Eckhart J. Gillen, Joerg Wähner