Archiv der Kategorie: Fotografie

Michael Ruetz: “FACING TIME” – Fotografie

Michael Ruetz: “FACING TIME” – Fotografie

Ruetz - Anna

Ausstellung vom 04. Februar bis 22. März 2015

Begrüßung: Annette Tietz, Galerieleiterin
Grußwort: Dr. Rosa von der Schulenburg,
Leiterin der Kunstsammlung der Akademie der Künste Berlin
Einführung: Dr. Ludger Derenthal, Museum für Fotografie

Künstlergespräch mit Michael Ruetz am
Donnerstag, dem 5.3.2015 um 19 Uhr

Michael Ruetz Arbeitsweise ist gekennzeichnet durch eine serielle Bildauffassung, mit der er Zeitverläufe auf eine unprätentiöse Weise sichtbar macht. Zeit ist das zentrale Thema in Michael Ruetz’ fotografischer Tätigkeit. Die Zyklen SICHTBARE ZEIT, EYE ON TIME, EYE ON INFINITI, EYE ON ETERNITY, WINDAUGE und die UNBEQUEME ZEIT sind vorrangig diesem Thema gewidmet und wurden bereits auf großen internationalen Ausstellungen präsentiert.

Der aktuelle Zyklus FACING TIME / IM ANGESICHT DER ZEIT umfasst 90 exakt protokollierte Portraits von einem Kind, der Mutter und dem Vater über eine Spanne von – auf die Minute genau – 21 Jahren. Sie stellt den Abschluss der TIMESCAPE Projekte dar und zeigt mittels nüchterner Protokollierung die Metamorphose einer Familie. Im Mittelpunkt stehen hier nicht Moment und Ereignis sondern die Entwicklung, das Wachstum – auch das langsame Vergehen – das sich der Zeit stellen, sich ihr hingeben

Michael Ruetz, 1940 in Berlin geboren, beginnt seine Karriere als Mitglied der Stern-Redaktion in Hamburg wo er für seine Fotoreportagen über die APO und die Studentenbewegung bekannt wird. Mitte der 70er Jahre wendet sich Ruetz von journalistischen Auffassungsweisen ab und setzt sich mehr und mehr mit den Möglichkeiten der Visualisierung von Zeit bzw. Vergänglichkeit auseinander.

Ruetz war von 1981 bis 2007 ordentlicher Professor für Kommunikationsdesign an der HBK Braunschweig. 2002 wird er zum Commandeur de L’Ordre des Arts et des Lettres ernannt. Er ist Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, und Gewinner des Villa-Massimo-Preises. Michael Ruetz ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt in Berlin.

ADK Archiv Logo
Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der
Kunstsammlung der Akademie der Künste Berlin

 

Barbara Metselaar Berthold: “Die Summe der Teile” – Fotografie und Film

Barbara Metselaar Berthold: “Die Summe der Teile” – Fotografie und Film

Barbara Metselaar-Berthold: aus der Serie | from the series STRANGE NEIGHBOURS | work in progress 2010 - 2014 (color)

Barbara Metselaar-Berthold: aus der Serie | from the series STRANGE NEIGHBOURS | work in progress 2010 – 2014 (color)

Ausstellung vom 01. Oktober bis 16. November 2014
Eröffnung am 30. September 2014
Die Ausstellung ist Teil des 6. Europäischen Monats der Fotografie

Die Fotografin Barbara Metselaar Berthold sammelt seit fast 40 Jahren Bilder, die wie ein imaginäres Museum ihr Leben, insbesondere im Kontext historischer Umbrüche, begleitet haben. Aufgewachsen in der tristen sozialistischen Diktatur Ostdeutschlands, gehören zu ihren prägenden Einflüssen die 1968er Bewegung und der nachfolgende Wechsel in den Westen, der Zusammenbruch der Mauer und die neue Einheit Deutschlands mit ihrer kommerzialisierten Welt. Ausgehend davon und angesichts der Globalisierung mit ihren Möglichkeiten und zugleich Schrecknissen, sowie der digitalisierten Kontrolle aller Lebensbereiche stellt sie die Frage danach, was aus den Idealen ihrer Generation geworden ist. Welche sind übrig geblieben, welche Utopien gibt es heute?

Barbara Metselaar-Berthold: aus der Serie | from the series STRANGE NEIGHBOURS | work in progress 2010 - 2014 (color)

Barbara Metselaar-Berthold: aus der Serie | from the series STRANGE NEIGHBOURS | work in progress 2010 – 2014 (color)

Aufgrund ihrer Unübersichtlichkeit und Widersprüchlichkeit bezweifelt sie immer mehr die Aussagekraft von Einzelbildern und versucht seit Längerem, Bezüge herzustellen, um wenigstens einige spürbare Zusammenhänge und ihre persönlichen Konsequenzen ins Bewusstsein zu rücken. Diese können nachvollzogen, hinterfragt oder neu definiert werden und lassen auch mehrere Deutungen zu.

Veranstaltungsprogramm:

Filmpräsentation am 30.10.2014 um 19 Uhr:
FROZEN MARGARITAS | Buch, Regie, Kamera, Schnitt, Produktion Barbara Metselaar Berthold | 1998 / 99 | Video 45 Minuten (Teilnahme beim Internat. Dokumentarfilmfestival Leipzig und beim International Documentary Filmfestival Amsterdam)

Weiterführende Infos zum 6. Europäischen Monats der Fotografie

MdF Logo

MdF Berlin – Portfolio Review

Dieses Jahr beteiligen wir uns am europäischen Monat der Fotografie (MdF) und präsentieren im Rahmen des MdF Hauptprogramms ab dem 01. November 2014:

Barbara Metselaar-Berthold – Die Summe der Teile

In diesem Zusammenhang möchten wir Sie aufmerksam machen auf das
MdF Portfolio Review

Im Rahmen des 6. Europäischen Monats der Fotografie Berlin (MdF Berlin) wird dieses Jahr erneut ein Portfolio Review organisiert – dieses Mal in Zusammenarbeit mit der Berliner Technischen Kunsthochschule. 40 nationale und internationale Experten stehen für Gespräche mit freien Fotograf/innen, Künstler/innen und Fotografie-Studierenden in höheren Semestern bereit.

Mehr Infos hier >>

Joachim Richau: “WEISS 98-06/14 | desaster 09-10” – Fotografie

Joachim Richau: “WEISS 98-06/14 | desaster 09-10” – Fotografie

weiss 98-06/14 | desaster 09-10

Ausstellung vom 02. April bis 18. Mai 2014
Eröffnung: 01. April 2014 – 19Uhr
Finissage: 18. Mail 2014 – 17Uhr
Einführung: Annette Tietz

weiss und desaster – diese beiden fotografischen Zyklen sind der nunmehr dritte Teil des Werkkomplexes STAMMBUCH, an dem Joachim Richau von 1994 – 2014 gearbeitet hat.
Die drei Teile von STAMMBUCH bestehen aus insgesamt 6 fotografischen Zyklen und sind biografisch angelegte Bildgruppen. Sie haben unterschiedliche Anlässe und sind durch unterschiedliche formale Aspekte gekennzeichnet, wobei jeweils zwei Zyklen zu einem Paar zusammen gefasst sind und sich insofern ergänzen, als dass die schwarz / weiß und analog fotografierten Bildzyklen langfristig angelegt sind und sich auf einer abstrakten Ebene mit dem Medium der Fotografie auseinandersetzen, die dazugehörigen digital bzw. als Polaroid und in Farbe ausgeführten Bildzyklen Auseinandersetzungen mit jeweils einschneidenden existentiellen Erlebnissen in der eigenen Biografie darstellen. Auf diese Weise wird die Kunst im Leben verankert, Abstraktes und Konkretes ergänzen sich, verweisen auf einander und sind so im Sinne von Robert Frank der Versuch Kunst und Leben anhand der eigenen Biografie miteinander verschmelzen zu lassen.

Es sind Bilder, die die privaten Lebensverhältnisse thematisieren, die das Private in sinnbildhaften Metaphern existenzieller Zustände darstellen, sich dem voyeristischen Blick jedoch bewusst entziehen. Im Fragmentieren, dem Verzicht auf Zeit- und Ortsgebundenheit und dem Weglassen einer linearen Erzählstruktur findet Joachim Richau die formalen Mittel, sich vom Konkreten und Unmittelbaren zu lösen. Das umfassende Verstehen dieser Bilder erfolgt nicht durch die beschreibende Benennung eines Stoffes sondern aus dem Empfinden des geistigen Raumes, der sich durch den Gegenstand hindurch aufschließt, der Raum öffnet für sensibles Empfinden, für Assoziationen, der Zustände beschreibt und sie gleichzeitig im Vagen lässt.

Anlässlich der Ausstellung erscheinen zwei neue Bücher: weiss 98-06/14 sowie desaster 09-10 (beide: ex pose verlag Berlin / Galerie Pankow).

Joachim Richau wurde 1952 in Berlin geboren. Er beschäftigt sich seit 1979 mit Fotografie und ist seit 1983 freiberuflich als Fotograf tätig. Seitdem sind zahlreiche Projekte realisiert und in Ausstellungen gezeigt worden: u.a. Bilder aus Beerfelde I, II und III, Berliner Traum, Land ohne Übergang – Deutschlands neue Grenze, STAMMBUCH I-III. Seine Arbeiten befinden sich u.a. im Besitz der Fotografischen Sammlung der Berlinischen Galerie, der Brandenburgischen Kunstsammlung Cottbus sowie in Privatbesitz. Joachim Richau hatte zahlreiche Einzelausstellungen und Beteiligungen im In- und Ausland. Im ex pose verlag sind zahlreiche Kataloge sowie Bücher veröffentlicht worden. Joachim Richau lebt und arbeitet in Berlin und Malungsfors, Schweden.

“Richterstraße 9” – Hommage an Klaus Hähner-Springmühl

“Richterstraße 9” – Hommage an Klaus Hähner-Springmühl

Foto: Karin Wieckhorst
aus der Serie “Richterstr.9”, Karin Wieckhorst

Ausstellung vom 27.11.2013 bis 26.01.2014
Begrüßung: Annette Tietz, Leiterin der Galerie Pankow
Einführung: Eckhart Gillen, Kurator der Ausstellung
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Die Ausstellung “Richterstraße 9 – Hommage an Klaus Hähner-Springmühl” möchte an den 1950 in Zwickau geborenen Klaus Hähner-Springmühl erinnern und ihn im Zusammenhang mit jenen Künstlern präsentieren, die Hähner-Springmühl in den 1980er und 1990er Jahren nahe und mit ihm in regem Austausch standen. Neben neuen, noch nie gezeigten Arbeiten Hähner-Springmühls präsentieren Thomas Florschuetz, Michael Freudenberg, Carsten Nicolai, Olaf Nicolai, Wolfram Adalbert Scheffler, Joerg Waehner und Karin Wieckhorst Arbeiten, die sich direkt und indirekt auf den Künstler beziehen.

Ein leerstehendes, baupolizeilich gesperrtes Hinterhaus der Richterstraße 9, in der vom Bombenkrieg und dem nachfolgenden sozialistischen Aufbau schwer gezeichneten sächsischen Industriestadt Chemnitz, damals noch Karl-Marx-Stadt, war der Ort, den Hähner-Springmühl für sich entdeckte, um ein ohne Kompromisse gelebtes Leben mit der Kunst zu führen. Klaus Hähner-Springmühl setzte mit seinem Beispiel ein Zeichen für ein nicht werkfixiertes Verhältnis zur Kunst, das neben Carlfriedrich Claus zu den ersten Formen handlungsorientierter Konzeptkunst in der DDR gehört.

Die Ausstellung möchte dazu beitragen, dem brisanten, bis heute nahezu unaufgearbeiteten wie unsichtbaren Oeuvre von Klaus Hähner-Springmühl eine Öffentlichkeit zu verschaffen und damit eine Künstlerpersönlichkeit zu würdigen, die eine singuläre Position in der DDR-Kunst verkörpert und diese Position auch nach 1989 nicht aufgab.

Die Haltung, die Hähner-Springmühl verkörperte und verteidigte, sprang auf seine jungen Künstlerkollegen über. Diese Impulse sind bis zum heutigen Tag spürbar und die Ergänzung der Ausstellung durch jüngere Positionen mit ihrem Bezug zu Hähner-Springmühl erweitert den Anspruch der Ausstellung: nicht ausschließlich (kunstgeschichtliches) Zeitdokument zu sein, sondern den Bedeutungszusammenhang der Positionen in ihrer Aktualität aufzuzeigen.

Klaus Hähner-Springmühl -XXX - 1984
Klaus Hähner-Springmühl, XXX, 1984, Acryl auf Papier, 71,5 x 50 cm

Klaus Hähner-Springmühl

wurde 1950 in Zwickau geboren. Er schließt seine Maurerlehre mit Abitur ab und betreibt in seiner Freizeit Boxen. Sein anschließendes Ingenieursstudium in Cottbus beendet er jedoch nicht, vielmehr widmet er sich von nun an autodidaktisch seinem künstlerischen Schaffen.
Zunächst in kollektiven Arbeitsformen mit u.a. Freudenberg, Penk, Breschneider, Schulze und Hartzsch fängt Hähner-Springmühl in Cottbus, Dresden, und ab 1972 in Karl-Marx-Stadt, an, sich künstlerisch auszudrücken. Es folgen seine ersten Ausstellungen, die einem Happening gleichen und auf’s Äußerste provizieren.
Er wird als Improvisationsmusiker gefeiert, zusammen mit seiner damaligen Frau Gitte und Erich-Wolfgang Hartzsch sowie Frank Raßbach; es folgen viele öffentliche Konzerte und Kunstaktionen. 1982 wird er als Mitglied in den Verband Bildender Künstler aufgenommen und arbeitet von von dieser Zeit an freischaffend.
In den 1990ern macht er einige Reisen innerhalb Europas und bleibt 1992 für einen einjährigen Aufenthalt in Japan.
Weitgehendst zurückgezogen und zunehmend teilnahmsloser lebte er von 1994 bis zu seinem Tod im Jahr 2006 in Leipzig.

Diese Ausstellung wird ebenso in der Kunstsammlungen Chemnitz vom 4. Mai – 29. Juni 2014 zu sehen sein. Die Eröffnung findet am 03.05.2014 statt.

Ein Ausstellungsprojekt der Galerie Pankow Berlin in Kooperation mit den Kunstsammlungen Chemnitz, kuratiert von Dr. Eckhart Gillen.

Mit freundlicher Unterstützung des Freundeskreises der Galerie Pankow

mit Exponaten von:
Thomas Florschuetz
Michael Freudenberg
Carsten Nicolai
Olaf Nicolai
Wolfram Adalbert Scheffler
Joerg Waehner
Karin Wieckhorst


Begleitende Veranstaltungen

LESUNG
– Donnerstag 9.1.2014, 19 Uhr

der hahn im sperrmüll…
… ist der Titel eines Klaus Hähner-Springmühl gewidmeten Gedichtes von Joerg Waehner. Mit dem aus Karl-Marx-Stadt stammenden, jetzt in Berlin lebenden Künstler hat Klaus Hähner-Springmühl zwei Publikationen gestaltet: das Künstlerbuch second hand (1986) und Amerika ist ein U-Boot im Goldfischteich oder ein Genie ist kein Mietwagen (1992). Beide Publikationen werden vorgestellt, ergänzt von Kommentar (Heiner Müller/Klaus Hähner-Springmühl, Berlin 1985) und Kafka ist Fortinbras. Gespräch mit Heiner Müller (Berlin 2011). Lesung und Gespräch mit Joerg Waehner und Robert Mießner.

FILMABEND
– Donnerstag 16.1.2014, 19 Uhr

Erich-Wolfgang Hartzsch: Menschen dieser Stadt”
digitalisierter Super-8-Film, Laufzeit 26:40 min, 1989

Der Experimentalfilm “Menschen dieser Stadt” setzt dem Atelierhaus auf der Richterstraße 9 ein Denkmal. Hartzsch dreht zunächst in der Umgebung des kurz danach abgerissenen Gebäudes, begibt er sich danach noch einmal in die Atelierräume, filmt sich und den Künstlerfreund mit dem Selbstauslöser. Es handelt sich um eine der ganz wenigen Filmaufnahmen überhaupt, die von Klaus Hähner-Springmühl existieren.

Filmpräsentation und Gespräch mit Erich Wolfgang Hartzsch und Dr. Claus Löser.

FINISSAGE
– Donnerstag 23.1.2014, 19 Uhr

Erstpräsentation des Dokumentarfilms: “Richterstraße 9”
Konzept, Realisierung und Präsentation: Enkidu rankX

Filmpräsentation und Gespräch mit Dr. Eckhart Gillen und Enkidu rankX.

Abs.: Klaus Hähner-Springmühl – Richterstraße 9
Film-Essay / 2014 / 14:30 min. / HD
Konzept, Schnitt & Musik: Enkidu rankX
Produktion: Galerie Pankow / Einheit_7 e.V.
Interviewpartner: Thomas Florschuetz, Eckhart Gillen, Joerg Waehner, Karin Wieckhorst
Kofinanzierung: Bezirkskulturfonds Pankow

Manfred Paul: “Seestücke” – Fotografie

Manfred Paul: “Seestücke” – Fotografie

belle 7 f K_manfred-paul_web
VII aus der Serie “Seestücke”, C-Print

Ausstellung vom 03.10.2013 bis 17.11.2013

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog

Manfred Paul zählt zu den wichtigen Vertretern der DDR Autorenfotografie und wurde als solcher spätestens mit seiner Beteiligung an der Ausstellung „Geschlossene Gesellschaft“ (Berlinische Galerie, 2012) einem größeren Publikum bekannt.

Seine Arbeiten beschäftigen sich mit den existentiellen Fragen des menschlichen Daseins. Die in den Werkgruppen „Verena“, den „Stillleben“ oder den „Künstlerportraits“ enthaltenen Fotografien sind Bilder, die zu Gleichnissen werden, um das Vergehen aller Dinge als Bedingung des Lebens zu begreifen. Diese fotografischen Serien sind Langzeitprojekte, die fortlaufend weiter entwickelt und aktualisiert werden. Hat sich Manfred Paul früher ausschließlich des Mediums der schwarz/weiß Fotografie bedient, so sind die Werkgruppen in den zurückliegenden Jahren zunehmend durch Farbfotografien erweitert worden. Aktuelle Arbeiten aus diesen Werkgruppen zeigt Manfred Paul nun in dieser Ausstellung. Diese werden ergänzt durch die erstmals ausgestellte Werkgruppe „Seestücke“ (2011).

Mit Hilfe von extremen Langzeitbelichtungen hat Manfred Paul die Veränderung einer Meereslandschaft erfasst. Entstanden sind Bilder von subtiler Schönheit, die als werdendes Farbspektrum, fast monochrom, Veränderung des Raumes in der Zeit festhalten.

 

Man­fred Paul, geboren 1942 in Schra­plau bei Halle, absol­vierte ein Stu­dium der Foto­gra­fie an der HGB in Leip­zig sowie ein Kame­ra­stu­dium an der HFF in Potsdam-Babelsberg. Von 1974 bis 1994 war Manfred Paul Dozent für Foto­gra­fie an der FWG Ber­lin, von 1995 bis 2007 Pro­fes­sor für Foto­gra­fie und audio­vi­su­elle Medien an der FHTW Ber­lin. Der Künstler lebt und arbeitet seit 1968 in Berlin.
Seine Werke befinden sich u.a. in den Samm­lun­gen der Ber­li­ni­sche Gale­rie, des Kupferstich-Kabinetts Dres­den, des Museum Lud­wig Köln, des Musée de l’ Ely­sée Lau­sanne, des MOMA New York, der Biblio­t­hèque Natio­nale de France Paris sowie wei­te­ren pri­va­ten und öffent­li­chen Sammlungen.

Manfred Paul – Fotograf | Einstimmung

Zur Einstimmung auf unsere nächste Ausstellung hier schon mal ein kleines Bonbon:

Künstlergespräch MANFRED PAUL und HUBERTUS VON AMELUNXEN from Collection Regard on Vimeo.

KÜNSTLERGESPRÄCH MANFRED PAUL, Fotograf und PROF. Dr. HUBERTUS VON AMELUNXEN Präsident der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und Mitglied der Akademie der Künste in Berlin

Dieses Gespräch hat am Samstag, den 4. Mai 2013 in der Collection Regard, Berlin stattgefunden
Im Rahmen der Ausstellung „Manfred Paul – Berlin Nordost“ vom 25.1. bis 6.7.2013 kuratiert von Antonio Panetta

Und hier geht es zu unserer Ausstellung: Manfred Paul “Seestücke” (03.10.2013 – 17.11.2013)

Hier noch der Hinweis auf unser Künstlergespräch mit Manfred Paul am 24. Oktober 2013

Maria Sewcz: “ROMA – VM. 365 / 39 / 51” – Fotografie

Maria Sewcz: “ROMA – VM. 365 / 39 / 51” – Fotografie


aus: Roma – vm. 365/39/51 masw, 2011 Fine Art Print, 58 x 74 cm

Copyright und/oder Courtesy: Maria Sewcz, VG-Bild-Kunst, Bonn

Ausstellung vom 17. Oktober bis 18. November 2012
Eröffnung am 16. Oktober 2012 um 19 Uhr
Zur Eröffnung spricht Eckhart Gillen.
Es erscheint ein Katalog.

Im vergangenen Jahr hat sich Maria Sewcz als Stipendiatin der Villa Massimo in Rom aufgehalten. Durch die Dauer ihrer Anwesenheit hatte sie die Möglichkeit, das Stadtgefüge intensiv auch körperlich zu erfahren. Sie interessierte sich besonders für die historischen Schichtungen der Stadt, ihre ständigen Veränderung und die daraus resultierende Parallelität und Vermischung vieler Zeitebenen.

Maria Sewcz hat in ihrer Arbeit bewusst die Position der von außen Kommenden eingenommen. Dies erlaubte ihr auch, in spontaner Reaktion auf dingliche und situative Konstellationen zu fotografischen Bildfindungen zu gelangen, in ihnen die eigene räumliche Bewegung sowie zeitliche Abfolgen und kontroverse Wahrnehmungen zu reflektieren. Entstanden sind Fotografien, die in ihrer Motivik und ihren Perspektiven, den übertragenen Größenverhältnissen oder Raumsituationen divergierende Aspekte integrieren. In ihrer poetischen Bildsprache fügen sie sich zu einem Essay, der jenseits bekannter touristischer Bilder die Stadt als komplexes historisches und gesellschaftliches Gebilde in der heutigen Zeit zeigt.

Die Ausstellung ist Teil des Europäischen Monats der Fotografie.

Homepage des 5. Europäischen Monats der Fotografie Berlin www.mdf-berlin.de
oder unter Facebook: https://www.facebook.com/monatderfotografie

Künstlergespräch mit Maria Sewcz und Inka Schube (Sprengel Museum Hannover) am Mittwoch, dem 24.10.2012 um 20 Uhr.
Es findet eine Finissage zur Ausstellung am Sonntag, dem 18.11.2012 um 17 Uhr statt.
Maria Sewcz blättert den Folianten vor, Seite für Seite.

Gitta Seiler: “über mädchen”

Gitta Seiler  – über mädchen – Fotografie

Gitta Seiler - über Mädchen

Ausstellung vom 04.05. – 11.06.2011
Eröffnung: 03.05.2011, 19Uhr

Künstlergespräch mit Gitta Seiler und Arno Fischer
Donnerstag, den 26.5.2011 – 20Uhr

Die Fotografin Gitta Seiler hat für ihre vier Fotoserien („weggerannt“, „abgetrieben“, „eingesperrt“, „ungewollt“) den Alltag von Ausreißerinnen, Müttern im Teenageralter, jugendlichen Straftäterinnen und minderjährigen Patientinnen einer Abtreibungsklinik begleitet und dokumentiert. Die Fotografin richtet ihren Blick auf die raue Wirklichkeit von Mädchen in schwierigen Lebenssituationen, ohne hierbei ins Voyeuristische abzugleiten, die gegebene Distanz zu verlieren bzw. die Situationen zu verharmlosen.

Es sind Realitäten am Rande unserer Gesellschaft, die wir im Alltag gerne ausblenden; Gitta Seiler zeigt uns diese Wirklichkeit, verschweigt uns nichts und vermag dennoch das abgebildete ertragbar, nachfühlbar zu gestalten. Dies erfordert vor allem eine ausgiebige Vorbereitung. In einem langwierigen Prozess nähert sich die Künstlerin ihren Protagonisten, baut Vertrauen auf, schafft Nähe.

„Gitta Seiler legt in den vier Abhandlungen ihre Finger in offene Wunden. Sie grenzt ein, umschreibt, benennt und das aus einer scheinbaren Unemotionalität heraus. Gleichwohl ist sie ergriffen ob der bitteren Lebenserfahrungen junger Menschen in einer aus den Fugen geratenen Welt. Die Fotografien sprechen in leisen, eindringlichen Worten von Mädchen in Zerbrechlichkeit und Stärke. Das, was hier den Protagonistinnen widerfährt, kann für viele andere gelten. Mit klarem Blick, der auch das Umfeld wahrnimmt, zeichnet sie Bilder, die in ihrer anrührenden Strenge als Metaphern von Menschen bestehen.“ Barbara Lipps-Kant

Zu der Ausstellung präsentiert Gitta Seiler ihr Buch „über mädchen“, erschienen im Kehrer Verlag, Heidelberg, 180 Seiten, mit 52 Farb- und 44 S/W-Abbildungen und Texten von Sandra Hoffmann.

Gitta Seiler (*1967) studierte Foto-Design bei Arno Fischer. Ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem erhielt sie das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg sowie das Arbeitsstipendium der Stadt Konstanz. Seit 1998 ist sie freiberuflich tätig und seit 2007 Dozentin an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin.

Gundula Schule Eldowy: “Das unfassbare Gesicht”

Gundula Schulze Eldowy
DAS UNFASSBARE GESICHT | EL ROSTRO INCONCEBIBLE

Gundula Schule Eldowy: o.T. Trujillo · 2001 · aus: Das unfassbare Gesicht

Gundula Schule Eldowy: o.T. Trujillo · 2001 · aus: Das unfassbare Gesicht

Ausstellung vom 13. Oktober bis 13. November 2010
Eröffnung am 12 Oktober 2013 um 19Uhr

Zwei Schwalben fliegen/über den Dächern/der Glückseligkeit/der Windhauch des Morgens/gibt ihrer Flugbahn ein Gesicht/gefrorenes Rauschen/im angehaltenen Atem/ritzt ein Gesicht/ins steinerne Geröll/und das Meer schlägt/mit seinen Wellen/ ein Gesicht ins schäumende Getöse.
(Gundula Schulze-Eldowy)

Gesichter – Gesichte und Geschichten – sind das große Thema der international renommierten Fotografin (Lyrikerin, Erzählerin, Filmerin u. a.) Gundula Schulze Eldowy, das ihr stilistisch wandlungsreiches Werk bestimmt. In über dreißig Jahren schuf sie ein OEuvre von zwanzig Serien. Die Künstlerin lebt in Berlin, Peru und auf Reisen. Arbeiten von ihr befinden sich u. a. im Museum of Modern Art, New York, in der Berliner Nationalgalerie, dem MOMA, San Francisco und im LACMA von Los Angeles, in der Bibliothèque Nationale de France, Paris und in vielen anderen Museen sowie öffentlichen und privaten Sammlungen. Internationale Preise wie z. B. „The 12th Prize for Overseas Photographers of Higashikawa Photo Fiesta ´96“, dem wichtigsten Japans, und Ausstellungen von Washington bis Wien würdigten die ungewöhnliche Kreativität ebenso wie die technische Brillanz ihrer Fotografien.

Waren es am Anfang ihrer Karriere noch sozialkritische Fotos, in denen sie den Menschen mit ungewöhnlicher Intensität ins Gesicht schaute, sind es jetzt Gesichter aller Gattungen: Gesichter von Menschen und Tieren, Felsgesichter, Trophäenköpfe, Mumien, Goldmasken, Porträts antiker peruanischer Keramiken sowie Gesichter von Formen, die durch Regen, Wind und Sonne in Gestein, Sand und Wurzelwerk entstanden sind. Bei allen Porträts bedient sie sich eines Kunstgriffes, beschränkt die Perspektive auf den Ausschnitt von Augen, Nase, Mund, wodurch ein eigenartiger Effekt entsteht. Sie alle scheinen eine Art Zentralcode zu haben, einer gemeinsamen Quelle zu entstammen.

Die Ausstellung ist eine tiefenpsychologische Allegorie des Sehens. So paradox es klingen mag, kommt doch das, was wir sehen, aus den tiefsten Schichten unseres Inneren und nicht von außen. „In den Augen spiegelt sich die Welt, wie wir sie sehen wollen, nicht wie sie ist. Deshalb können hundert Menschen dasselbe erleben und trotzdem sieht jeder etwas anderes.” Die Künstlerin benutzt das Land Peru, um innere Bilder darzustellen. Der Besucher, der die Ausstellung betritt, sieht sich mit Hunderten Augenpaaren konfrontiert. Die Fotografin nimmt auf symbolischer Ebene einen Rollentausch vor und macht den Betrachter zum „Betrachteten“. „Dem Anschauen antwortet ein Angeschautwerden“, so die Künstlerin. „Während ich von innen nach außen ein Gesicht anschaue, wird mein Gesicht auf dieselbe Art wahrgenommen. Aber was sehen wir wirklich?“ Oft sind es die eigenen Projektionen, Glaubensgrundsätze, Klischees und Überzeugungen, die man im Bild des Anderen festmacht.

Vortrag am 4.11.2010 um 20Uhr: CHOQ’EKIRAW – Stadt der Kondore

Gundula Schulze Eldowy berichtet in Ihrem Vortrag „Choq’ekiraw – Stadt der Kondore“  über ihre Erlebnisse und Eindrücke in Choq’ekiraw und anderen Bergstädten Perus.
„Choq’ekiraw ist eine alte, verwunschene Stadt, die halb unter Dschungelpflanzen der peruanischen Anden verborgen ist. Obwohl sie früher als Machu Picchu entdeckt wurde ist sie in Europa kaum bekannt. Es führen weder Straßen noch Wege dorthin, nur ein äußerst strapaziöser Pfad der wild aus dem Felsgestein herausgerissen wurde. Ihn zu begehen kann tödlich sein, denn er ist gefährlich. Neben dem Pfad geht es 3.500 Meter tief in den Abgrund.“

Seite 1 von 212