Brigitte Waldach | History Now

Brigitte Waldach | History Now

Bild von Brigitte Waldach

Brigitte Waldach “History Now_ Hannah Arendt (Philosophie)”, 2016,
Gouache, Graphit, Pigmentstift auf Bütten, 190 x 140 cm

Ausstellung vom 26. April bis 18. Juni 2023
Eröffnung am Dienstag, 25. April 2023 um 19 Uhr
Begrüßung: Annette Tietz, Leiterin der Galerie Pankow
Einführung: Matthias Flügge, Kunsthistoriker / Kurator

English version below

Brigitte Waldachs Werk ist geprägt von aktuellen gesellschaftlich relevanten Themen, die in ihre großformatigen Zeichnungskomplexen verhandelt werden. Sie bezieht sich dabei auf historische oder aktuelle politische Aspekte und stellt ebenso Bezüge zu literarischen Texten oder musikalischen Phänomenen her.

In der Verbindung zwischen Zeichen und Text, zwischen Linie und Klang entsteht ein Raum, in dem sich individuelle Erkenntnis und sinnliche Erfahrung zu wirkmächtigen Bildern verdichten und so komplexe Zusammenhänge erfahrbar machen.

Mit Grafit, Pigmentstift, Gouache, handschriftlichen Textzeilen, Fäden aus Gummi zeichnet sie – auf dem Blatt, an der Wand, im Raum.

History now“ ist nicht nur Titel der Ausstellung, sondern auch namensgebend für eine Serie von großformatigen Zeichnungen, die sich der Darstellung von Wissen sowie dessen digitaler Vermittlung und Nutzung am Beispiel von Wikipedia widmet. Waldach hinterfragt in diesen Zeichnungen: Was ist relevant und gehört in die Wikipedia? Worüber wird in dieser digitalen Enzyklopädie am meisten gestritten? Welche Einträge werden am häufigsten überschrieben? In ihren Zeichnungen greift Brigitte Waldach ausgewählte Personen oder Figuren, die in unterschiedlichen Zusammenhängen das Denken der Menschheit geprägt haben, heraus und porträtiert diese mittels unterschiedlicher Textpassagen, so dass die Schriftebenen mit der zeichnerischen Darstellung in Dialog treten und als gleichberechtigtes Motiv den Bildraum gliedern. Wir begegnen einem Universum voller Zeichen, Bilder, Gedanken und Überlegungen, das die Unmöglichkeit weltumspannender Geschichtserklärung verdeutlicht, gleichzeitig jedoch der intellektuellen und sinnlichen Erfassung der Welt in komplexen Denkstrukturen mittels der Zeichnung eine magische Wirkung verleiht. Mittels dieser zeitgenössisch-zeichnerischen Fallstudie über das Benutzerverhalten der Plattform führt uns Waldach vor Augen, dass Geschichtsschreibung als hochdynamischer Prozess zu verstehen ist.

In der umfangreichen Einzelausstellung der Künstlerin in Berlin werden neben der komplexen Werkserie „History Now“ (2016) auch aktuelle Arbeiten wie „Conflict“ (2022) sowie den Goldberg-Variationen oder John Cage gewidmete Zeichnungskomplexe zu sehen sein. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Brigitte Waldach wurde 1966 geboren. Nach einem Studium der Kunstpädagogik, der Kunstwissenschaften und der Germanistik studierte sie bei Georg Baselitz, dessen Meisterschülerin sie auch wurde, an der Hochschule der Künste in Berlin. Waldachs Werke sind in zahlreichen nationalen und internationalen Sammlungen vertreten, wurden vielfach ausgestellt und ausgezeichnet. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin-Pankow.

Veranstaltungen:

Donnerstag, 25. Mai 2023, 19 Uhr – Artist Talk
Heike Fuhlbrügge (Kunstkritikerin / Kuratorin) im Gespräch mit Brigitte Waldach

Sonntag, 18. Juni 2023, 16 Uhr – Finissage
Führung durch die Ausstellung mit Brigitte Waldach


Brigitte Waldach‘s work is characterized by current socially relevant themes, which are negotiated in her large-scale drawing complexes. She refers to historical or current political aspects and also makes references to literary texts or musical phenomena.

In the relations of sign and text, in-between line and sound, a space emerges in which individual cognition and sensual experience are condensed into powerful images, thus making complex contexts tangible.

Brigitte Waldach draws with graphite, pigment pencil, gouache, handwritten lines of text, threads of rubber – on a page, a wall, in space.

“History now” is not only the title of the exhibition, but also lends its name to a series of large-format drawings dedicated to the representation of knowledge and its digital communication and utilization using the example of Wikipedia. In these drawings, Waldach asks: What is the relevancy of a matter and how does it fit into Wikipedia? What are the most controversial topics in this digital encyclopedia? Which entries are overwritten most often? In her drawings, Brigitte Waldach picks out selected persons or figures that have shaped human thinking in different contexts and portrays them using different text passages, so that a level of writing enters into a dialogue with the graphic representation and structure so that the pictorial space becomes an equal motif in itself. We encounter a cosmos of signs, images, thoughts and considerations that illustrate the impossibility of a global view of history, but at the same time lends its magical effect to the intellectual and sensual understanding of the world in complex thought structures by means of drawings. With this contemporary graphic case study on user behaviour of such platforms, Waldach shows us that historiography is to be understood as an inherently fluid process.

In addition to the complex “History Now” (2016), current works such as “Conflict” (2022) as well as the Goldberg Variations and series of drawings dedicated to John Cage will be on display in this artist’s extensive solo exhibition in Berlin. A dedicated publication / catalogue accompanies the exhibition.

Brigitte Waldach was born in 1966. After studying art education, art sciences and German language and literature, she studied as a master student with Georg Baselitz at the Hochschule der Künste in Berlin. Waldach’s works are represented in numerous national and international collections and have been exhibited and awarded many times. The artist lives and works in Berlin-Pankow.


Die Ausstellung wurde gefördert mit Mitteln aus dem Bezirkskulturfonds.
The exhibition was funded by the Bezirkskulturfonds.

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Video / Ausstellungsdoku: Engelberg

Wir freuen uns sehr, unsere Kurzdoku zur Ausstellung “Engelberg – Inszenierte Fotografie von Kurt Buchwald, Andrej Glusgold, Matthias Leupold, Katharina Mayer” zu präsentieren.

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Pressematerialien zur Ausstellung

“Brigitte Waldach | History Now”

Ansprechpartner Presse: Annette Tietz, Galerieleiterin | 030 47 53 79 25
Presse / Besichtigung: Termin nach Absprache
Anfrage Pressematerial: Enkidu Ch. Leyendecker – e [dot] leyendecker [at] galerie-pankow [dot] de

Pressemitteilung – English version below

Ausstellung vom 26. April bis 18. Juni 2023
Eröffnung am Dienstag, 25. April 2023 um 19 Uhr
Begrüßung: Annette Tietz, Leiterin der Galerie Pankow
Einführung: Matthias Flügge, Kunsthistoriker

Brigitte Waldachs Werk ist geprägt von aktuellen gesellschaftlich relevanten Themen, die in ihre großformatigen Zeichnungskomplexen verhandelt werden. Sie bezieht sich dabei auf historische oder aktuelle politische Aspekte und stellt ebenso Bezüge zu literarischen Texten oder musikalischen Phänomenen her.

In der Verbindung zwischen Zeichen und Text, zwischen Linie und Klang entsteht ein Raum, in dem sich individuelle Erkenntnis und sinnliche Erfahrung zu wirkmächtigen Bildern verdichten und so komplexe Zusammenhänge erfahrbar machen.

Mit Grafit, Pigmentstift, Gouache, handschriftlichen Textzeilen, Fäden aus Gummi zeichnet sie – auf dem Blatt, an der Wand, im Raum.

History now“ ist nicht nur Titel der Ausstellung, sondern auch namensgebend für eine Serie von großformatigen Zeichnungen, die sich der Darstellung von Wissen sowie dessen digitaler Vermittlung und Nutzung am Beispiel von Wikipedia widmet. Waldach hinterfragt in diesen Zeichnungen: Was ist relevant und gehört in die Wikipedia? Worüber wird in dieser digitalen Enzyklopädie am meisten gestritten? Welche Einträge werden am häufigsten überschrieben? In ihren Zeichnungen greift Brigitte Waldach ausgewählte Personen oder Figuren, die in unterschiedlichen Zusammenhängen das Denken der Menschheit geprägt haben, heraus und porträtiert diese mittels unterschiedlicher Textpassagen, so dass die Schriftebenen mit der zeichnerischen Darstellung in Dialog treten und als gleichberechtigtes Motiv den Bildraum gliedern. Wir begegnen einem Universum voller Zeichen, Bilder, Gedanken und Überlegungen, das die Unmöglichkeit weltumspannender Geschichtserklärung verdeutlicht, gleichzeitig jedoch der intellektuellen und sinnlichen Erfassung der Welt in komplexen Denkstrukturen mittels der Zeichnung eine magische Wirkung verleiht. Mittels dieser zeitgenössisch-zeichnerischen Fallstudie über das Benutzerverhalten der Plattform führt uns Waldach vor Augen, dass Geschichtsschreibung als hochdynamischer Prozess zu verstehen ist.

In der umfangreichen Einzelausstellung der Künstlerin in Berlin werden neben der komplexen Werkserie „History Now“ (2016) auch aktuelle Arbeiten wie „Conflict“ (2022) sowie den Goldberg-Variationen oder John Cage gewidmete Zeichnungskomplexe zu sehen sein. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Brigitte Waldach wurde 1966 geboren. Nach einem Studium der Kunstpädagogik, der Kunstwissenschaften und der Germanistik studierte sie bei Georg Baselitz, dessen Meisterschülerin sie auch wurde, an der Hochschule der Künste in Berlin. Waldachs Werke sind in zahlreichen nationalen und internationalen Sammlungen vertreten, wurden vielfach ausgestellt und ausgezeichnet. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin-Pankow.

Veranstaltungen:

Donnerstag, 25. Mai 2023, 19 Uhr – Artist Talk
Heike Fuhlbrügge im Gespräch mit Brigitte Waldach

Sonntag, 18. Juni 2023, 16 Uhr – Finissage
Führung durch die Ausstellung mit Brigitte Waldach


Brigitte Waldach’s work is characterized by current socially relevant themes, which are negotiated in her large-scale drawing complexes. She refers to historical or current political aspects and also makes references to literary texts or musical phenomena.

In the relations of sign and text, in-between line and sound, a space emerges in which individual cognition and sensual experience are condensed into powerful images, thus making complex contexts tangible.

Brigitte Waldach draws with graphite, pigment pencil, gouache, handwritten lines of text, threads of rubber – on a page, a wall, in space.

“History now” is not only the title of the exhibition, but also lends its name to a series of large-format drawings dedicated to the representation of knowledge and its digital communication and utilization using the example of Wikipedia. In these drawings, Waldach asks: What is the relevancy of a matter and how does it fit into Wikipedia? What are the most controversial topics in this digital encyclopedia? Which entries are overwritten most often? In her drawings, Brigitte Waldach picks out selected persons or figures that have shaped human thinking in different contexts and portrays them using different text passages, so that a level of writing enters into a dialogue with the graphic representation and structure so that the pictorial space becomes an equal motif in itself. We encounter a cosmos of signs, images, thoughts and considerations that illustrate the impossibility of a global view of history, but at the same time lends its magical effect to the intellectual and sensual understanding of the world in complex thought structures by means of drawings. With this contemporary graphic case study on user behaviour of such platforms, Waldach shows us that historiography is to be understood as an inherently fluid process.

In addition to the complex “History Now” (2016), current works such as “Conflict” (2022) as well as the Goldberg Variations and series of drawings dedicated to John Cage will be on display in this artist’s extensive solo exhibition in Berlin. A dedicated publication / catalogue accompanies the exhibition.

Brigitte Waldach was born in 1966. After studying art education, art sciences and German language and literature, she studied as a master student with Georg Baselitz at the Hochschule der Künste in Berlin. Waldach’s works are represented in numerous national and international collections and have been exhibited and awarded many times. The artist lives and works in Berlin-Pankow.


Die Ausstellung wurde gefördert mit Mitteln aus dem Bezirkskulturfonds.
The exhibition was funded by the Bezirkskulturfonds.

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Eine Stunde Radio Interview Mit Annette Tietz, Leiterin der Galerie Pankow

Wir freuen uns auf dieses umfassende Gespräch mit Annette Tietz, Leiterin der Galerie Pankow. Konzept und Moderation: Marc Lippuner

https://www.alex-berlin.de/mediathek/radio/kulturfritzen-vom-12-03-2023

Die Kulturfritzen – eine Stunde Berlinkultur. Diese Sendung hat Berlin und die Kultur in der Hauptstadt zum Thema, wobei sie vor allem unbekanntere Kulturschaffende und -orte in den Blick nimmt. Es wird durch Berliner Kieze flaniert, es gibt Berlin-Buch-Tipps und die eine oder andere Empfehlung, was man in den nächsten Wochen in Berlin nicht verpassen sollte. In dieser Sendung: die Galerie Pankow

Trailer: EMOP Berlin 2023

Unsere aktuelle Ausstellung Gabriele Stötzer – Körpergesten und leibliche Zeichen | Fotografie ist teil des

EMOP Berlin – European Month of Photography

Der EMOP Berlin feiert 2023 seine zehnte Ausgabe.
Mit 100 Ausstellungen in Berlin und Potsdam. Hier der aktueller Trailer dazu.

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Anmeldung zu den Offenen Ateliers 2023

Wochenende der Offenen Ateliers am 3. und 4. Juni 2023

Das Kunstfestival artspring berlin 2023 HELL vom 5. Mai bis zum 4. Juni

artspring 2022 Logo
Anmeldungen zur Teilnahme an den Offenen Ateliers bis zum 28. Februar

Das artspring Kunstfestival und das Wochenende der Offenen Ateliers finden seit 2017 im Bezirk Pankow statt und werden organisiert vom artspring Projektbüro – einer Initiative von Künstler:innen aus dem Bezirk mit dem Ziel, die Sichtbarkeit der Kunstschaffenden in Pankow zu erhöhen. Um die 300 Künstler:innen öffnen alljährlich ihre Türen dem kunstinteressierten Publikum und beteiligen sich an den gemeinsamen Ausstellungen und Projekten.

Alle teilnehmenden Ateliers werden in der Festivalzeitung und auf der artspring-Webseite gelistet. Künstler:innen ohne eigenes Atelier können teilnehmen, sofern sie in einem befreundeten Atelier mit ausgestellt werden.

Während des Festivals werden gemeinsame Ausstellungen für alle Teilnehmenden stattfinden, außerdem der artspring artwalk, eine Ausstellungsreihe im artspring PopUpStore, ein Film- und Literaturprogramm, ein Symposium zum Thema Kunstförderung u.v.m. Zudem laden wir alle Kunstschaffenden und Kulturorte im Bezirk ein, sich mit eigenen Veranstaltung während der Festivalzeit zu präsentieren. Hierfür, für die Ausstellungen und alle weiteren Projekte folgen in Kürze weitere Anmeldemöglichkeiten.

Zur Anmeldung >>

Gabriele Stötzer – Körpergesten und leibliche Zeichen | Fotografie

Gabriele Stötzer – Körpergesten und leibliche Zeichen | Fotografie

Foto von Gabriele Stötzer

Gabriele Stötzer – aus: Stegreifspiele, mit Birgit Bronnert, 1982,
Silbergelatineabzug, © VG Bild-Kunst, Bonn

Ausstellung vom 31. Januar bis 16. April 2023
Eröffnung
am Dienstag, 31. Januar 2023 um 19 Uhr
in Anwesenheit der Künstlerin.
Begrüßung: Annette Tietz, Leiterin der Galerie Pankow
Einführung: Franziska Schmidt, Kuratorin der Ausstellung

Mit ihren künstlerischen Selbsterkundungen und -behauptungen agiert die Künstlerin Gabriele Stötzer seit Ende der 1970er-Jahre als Frau, Schriftstellerin und bildende Künstlerin und hat sich immer wieder neu gegen kulturelle, gesellschaftliche wie auch politische Widerstände behaupten müssen. Ob Malerei, Zeichnung, Fotografie, Keramik oder Textilkunst, ob Performance, Filme, Texte oder Modeobjekte – Stötzers Arbeiten richten sich nicht nur gegen eine vom damaligen System DDR betriebene Auslöschung der individuellen Persönlichkeit, sondern ebenso gegen gängige Geschlechterrollen und kulturelle Normen.

Im Werk von Gabriele Stötzer bildet der weibliche Körper ein zentrales Motiv. Erste Fotoarbeiten entstanden 1981 gemeinsam mit der Künstlerin Cornelia Schleime in Form von Selbstinszenierungen oder Drahtperformances. Für Stötzer hat sich die Fotografie wie in einem Transformationsprozess aus dem Schreiben heraus entwickelt.

In den Folgejahren inszenierte Stötzer sich und weitere Protagonistinnen vor der Kamera und entwickelte eine eigenwillige Form der künstlerischen Praxis, welche die Fotografie als performativen Akt ausweist. Ihre „unlautere Art, zu fotografieren“, wie Stötzer es selbst formulierte, folgt einer zufälligen, fast unbewusst-selbstschöpferischen Handlung. Im Selbstversuch hat Stötzer den Weg zur performativen Fotografie mit anderen Frauen gefunden: „Mit ihnen kann ich mich auch addieren, potenzieren, verfremden, komme von der individuellen […] zur allgemeinen Analyse unseres Seins.“ Sie nennt ihre Bilder auch „Berührungsfotos“.

Stötzer bringt Körper zum Sprechen, indem sie ihre Figuren zu sozialen Plastiken verwebt, die wie geheimnisvolle Zeichensysteme aus dem Bild heraus in den Raum und letztendlich in unser Leben wirken.

Die Ausstellung in der Galerie Pankow widmet sich Stötzers fotografischen Selbst- und Körperdarstellungen. Gezeigt werden in Ergänzung thematische Manuskripttexte, zwei Künstlerbücher, zwei Super-8-Filme aus den 1980er-Jahren sowie zwei aktuelle großformatige Skulpturen.

Gabriele Stötzer, 1953 in Emleben bei Gotha geboren, lebt und arbeitet in Erfurt sowie in den Niederlanden. Stötzer, 1976 von der Pädagogischen Hochschule Erfurt verwiesen, kam 1977 wegen einer Unterschriftenaktion gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann für ein Jahr in das Frauengefängnis Hoheneck. Nach ihrer Entlassung arbeitete sie auf Bewährung in einer Fabrik, kündigte und leitete in Erfurt bis zu deren Verbot 1981 die private „Galerie im Flur“. Danach begann Stötzer als unabhängige Künstlerin zu agieren, war in der ostdeutschen Kunst- und Untergrundszene aktiv, arbeitete an eigenen Ausstellungsprojekten, Veröffentlichungen, initiierte und begründete die Künstlerinnengruppe Erfurt, deren Schaffen Frauen mehr als zehn Jahre lang Widerständigkeit und „Projektionsfläche wie auch Ort politischer und sozialer Einschreibungen“ bot. 1989 gehörte Stötzer zu den Initiatorinnen der Bürgerinneninitiative „Frauen für Veränderung“ und war an der Besetzung der Erfurter Zentrale der Staatssicherheit beteiligt. Ab 1990 folgten Auslandsaufenthalte verbunden mit öffentlichen Ausstellungen, Publikationen, Symposien sowie Arbeitsstipendien, Vortrags- und Lesereisen. Seit 2010 ist sie Dozentin für Performance an der Universität Erfurt. 2013 wurde Stötzer für ihr politisches und künstlerisches Engagement in der DDR mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. 2022 erschien ihr Buch „Der lange Arm der Stasi. Die Kunstszene der 1960er, 1970er und 1980er in Erfurt – ein Bericht“.


Veranstaltungsprogramm

Donnerstag, 9. Februar 2023, 19 Uhr
Filmvorführung: „Austreibung aus dem Paradies“ (22 min, 1984) und „Trisal“ (21 min, 1986)
Super-8-Filme von Gabriele Stötzer
Einführung von Claus Löser

Donnerstag, 2. März 2023, 19 Uhr
Katalogpräsentation

Donnerstag, 16. März 2023, 19 Uhr
Artist Talk: Angelika Richter Gespräch mit Gabriele Stötzer

Donnerstag, 30. März 2023, 19 Uhr
Filmvorführung: „Rebellinnen – Fotografie. Underground. DDR“,
ein Film von Pamela Meyer-Arndt, Deutschland 2022, 84 min
Im Anschluss Gespräch mit Gabriele Stötzer, Tina Bara und Pamela Meyer-Arndt
Moderation: Franziska Schmidt

Sonntag, 16. April 2023, 16 Uhr
Finissage: Führung durch die Ausstellung mit Gabriele Stötzer


In Kooperation mit der Galerie LOOCK

LOOCK Logo

Im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie

EMOP Berlin Logo

Neues Video: Valérie Favre in der Galerie Pankow

Nun ust auch die Ausstellungsdokumentation zur Ausstellung VALERY / PLATTFORM 1 / EXIL fertig geworden, und wir freuen uns sehr, diesen zu präsentieren.

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Wer noch einmal einen genauen Blick auf dieses wunderbare Projekt werfen will, kann dies auf der Projektwebseite tun.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von valery-plattform1-exil.de zu laden.

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Schöpfen ohne Erschöpfung | Nachhaltigkeit im Kunst- und Kulturbetrieb

Einladung zur Tagung I 5.11.2022 I 10:00 bis 21:00 Uhr I Zitadelle – ZAK Zentrum für Aktuelle Kunst, Spandau

Schöpfen ohne Erschöpfung

Nachhaltigkeit im Kunst- und Kulturbetrieb

Banner zur Tagung am 5.11.22

Mehr Zeit, Lokalität, Präsenz, Tiefe, Qualität, zufriedene Mitarbeiter*innen, tiefgründige Erzählungen, analoges Arbeiten Weniger Veranstaltungen, Müll, Transport, Reisen, Beiträge, Zoom, Heizen, Überstunden, Licht, Drucke

Die Diskussion über den Umgang mit begrenzten oder schwindenden Ressourcen gehört heute zu den brisantesten Themen vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Klimakrise und des Krieges in der Ukraine. Um den herausfordernden Entwicklungen langfristig begegnen zu können, bietet sich nachhaltiges und ressourcenschonendes Handeln als Lösungsansatz an. Der Arbeitskreis Kommunale Galerien Berlin hat sich zusammengetan, um dem Thema und der Fragestellung der nachhaltigen kuratorischen und künstlerischen Praxen konkret nachzugehen und in diesem Zusammenhang eine Möglichkeit der Vernetzung unter lokalen Akteur*innen aus verschiedenen Kultureinrichtungen anzubieten.

Die Tagung beleuchtet relevante Handlungsoptionen für die Ausstellungspraxis und für das Kuratieren aus verschiedenen Perspektiven der geladenen Künstler*innen, Kurator*innen und Wissenschaftler*innen und mithilfe interdisziplinärer Ansätze.

Mehrere Vorträge, Workshops und ein Gespräch zeigen unterschiedliche Dimensionen des Themas Nachhaltigkeit auf und gehen folgenden zentralen Fragen nach: Wie können Kunst- und Kulturarbeiter*innen – insbesondere im kommunalen Bereich – ihre Arbeit nachhaltigkeitsbewusst gestalten? Wie kann der CO2-Abdruck verringert werden? Was beeinflusst die Humanökologie (Arbeitskultur, soziale und kulturelle Relationen der Institutionen) positiv? Wie passen wir unsere Institutionen, Praxis und Arbeitskultur an neue nachhaltige Bedingungen an?

Im Mittelpunkt stehen praktische kuratorische und technische Strategien, um noch vor dem Winter eine nachhaltige Ausstellungsgestaltung und eine Reduzierung der Ressourcen im Betrieb zu diskutieren und zu ermöglichen.

Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Die Anmeldung erfolgt per E-Mail bis 31.10.2022 unter: mail [at] kgberlin [dot] net

Bitte geben Sie an, ob Sie an dem Workshop des Kollektivs hooops
(14:15–15:00 Uhr, siehe Programm) teilnehmen möchten.

Eine Veranstaltung des Arbeitskreises Kommunale Galerien Berlin
Mehr Informationen gibt es unter https://kgberlin.net/kgb-home
Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Ausstellungsfonds Kommunale Galerien

Programm

10:15 Uhr: Registrierung

10:45 Uhr: Begrüßung: Stéphane Bauer und Karin Scheel, Einführung: Linnéa Meiners und Solvej Helweg Ovesen

11:00–11:45 Uhr: Vortrag von Selina Kahle: Kultur und Nachhaltigkeit –Kommunale Galerien auf dem Weg

12:00–13:30 Uhr: Workshop von Corinna Vosse: Nachhaltigkeit im Kulturbetrieb fängt mit einer Haltung an

13:30–14:15 Uhr: Mittagspause mit Catering

14:15–15:00 Uhr: Workshop mit dem Kollektiv hooops (Astarte Posch und Elisa Piper): The Politics of Mittagsschlaf – Gemeinsam Ausruhen

15:15–16:15 Uhr: Vortrag von Hannah Beck-Mannagetta und Lena Fließbach: Zero Waste – Ideen für einen nachhaltigen Ausstellungsbetrieb

16:30–17:00 Uhr: Vortrag von Solvej Helweg Ovesen: Deep Curating – Mehr Zeit, Lokalität, Präsenz, Tiefe, Qualität, zufriedene Mitarbeiter*innen, tiefgründige Erzählungen, analoges Arbeiten

17:15–18:00 Uhr: Gespräch zwischen dem Künstler*innenkollektiv Yours truly, LoL (vertreten durch Rahel grote Lambers und Julia Lübbecke), Vincent Schier und Linnéa Meiners:  What a way to make a living – Zu emotionaler Nachhaltigkeit und deren Voraussetzungen

Ab 18:00 Uhr: Ausklang mit DJ, Bar und Snacks

Moderation: Lena Johanna Reisner

Tagungskonzept

Linnéa Meiners und Solvej Helweg Ovesen

Tagungsort

Zitadelle – ZAK Zentrum für Aktuelle Kunst, Am Juliusturm 64, 13599 Berlin-Spandau

Zugänglichkeit

Die Tagungsräume sind in der Alten Kaserne im zweiten Obergeschoss. Dorthin führt ein Schotter- und Pflastersteinweg. Ein Fahrstuhl ist vorhanden. Es gibt barrierearme Toiletten. Bei weiteren Fragen bezüglich der Zugänglichkeit wenden Sie sich gerne an mail [at] kgberlin [dot] net.

Anfahrt

Öffentliche Verkehrsmittel
Bus X33, Station „Zitadelle“
U-Bahn-Linie U7, Station „Zitadelle“ (barrierefrei)
S-Bahn-Linie S3 und S9, Station „Spandau“
Fern- und Regionalbahn, Bahnhof Berlin-Spandau

Private Verkehrsmittel

Im Umfeld sind PKW-Parkplätze vorhanden.
Behindertenparkplätze befinden sich im Zitadellenweg (Rückseite des Autohauses).
Die Zitadelle befindet sich außerhalb der Berliner Umweltzone.
Kostenfreie Busparkplätze befinden sich im Zitadellenweg.
Fahrradabstellmöglichkeiten (keine Fahrradboxen) sind an der Zitadelle vorhanden.

Veranstalter

Arbeitskreis Kommunale Galerien Berlin
c/o Kulturnetzwerk Neukölln e. V.
Karl-Marx-Str. 131 | 12043 Berlin

Projektteam

Theres Laux, Linnéa Meiners, Solvej Helweg Ovesen, Natalia Raaben

York der Knoefel | Fotografie

York der Knoefel, Selbstporträt
York der Knoefel, Selbstporträt, ca. 1985/86, Silbergelatineabzug, © Nachlass York der Knoefel, Courtesy LOOCK Galerie, Berlin

York der Knoefel | Fotografie

Ausstellung vom 7. September bis 30. Oktober 2022
Eröffnung am Dienstag, 6. September 2022 um 19 Uhr
Begrüßung: Annette Tietz, Leiterin der Galerie Pankow
Einführung: Franziska Schmidt, Kuratorin der Ausstellung

Ausstellung und Katalog entstanden in Kooperation mit der LOOCK Galerie, Berlin.

York der Knoefel, so nannte sich der 1962 in Potsdam als Jörg Knöfel geborene Künstler seit 1989, begann bereits 1983 zu fotografieren. Schon in den frühen Fotoserien, in denen er die Lebenswirklichkeit der Menschen im Ost-Berlin der 1980er-Jahre auf berührende Weise festhält, zeigt sich sein Talent ebenso wie sein künstlerisches Credo, das sich durch sein gesamtes Schaffen zieht: Ohne große Worte sagen Knoefels Werke wesentlich Existentielles aus und bringen im Bild die Menschen selbst zum Sprechen.

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Besondere Aufmerksamkeit und Anerkennung erlangte er 1988 mit der Arbeit „Schlachthaus Berlin“. In dieser auf klaustrophobische Weise raumgreifenden Fotoinstallation dokumentiert er die Arbeitsbedingungen der Werktätigen und die Massentötungen der Tiere als „täglichen Irrsinn des Lebens und Sterbens“ (Gregor Eisenhauer), als schonungsloses Sinnbild der beengenden Zustände in der späten DDR sowie als radikalen Gegenpol zu einer sich etablierenden Kunst, welche zunehmend die eigene Befindlichkeit in den Mittelpunkt stellt. Mit „Schlachthaus Berlin“ sprengte Knoefel den Rahmen damaliger fotografischer Ausdrucksmittel und ihrer Präsentation und wurde zu einem wichtigen Impulsgeber für die im Aufbruch begriffene Kunstszene der DDR und der Wendezeit.

Für den Autodidakten waren die Jahre der Nachwendezeit geprägt durch künstlerischen Erfolg mit zahlreichen internationalen Ausstellungen, Stipendien, Reisen und Residenzen. Noch während der Arbeit an „Schlachthaus Berlin“ begann Knoefel, sich auch der Malerei und später der Videokunst zuzuwenden. Sein vielseitiges und vielschichtiges Œuvre ist schwer einzuordnen: Immer wieder erfand er sich neu, war stets auf der Suche nach Ausdrucksformen und Lebensentwürfen, die seine Haltung transportieren. Wesentlich bleibt dabei, dass er seinem Credo treu blieb und mit einfachen Mitteln versuchte, Leben zu erzählen, erzählen zu lassen, fest verfügte Wahrnehmungsformen und Meinungen – subtil-ironisch oder mit dem Ernst des Dokumentarischen – aufzubrechen.

York der Knoefel, der am 16. Dezember 2011 unerwartet in Berlin starb, wäre in diesem Jahr 60 Jahre alt geworden. Die Galerie Pankow würdigt den außergewöhnlichen Künstler aus diesem Anlass mit einer Ausstellung und einem Katalog. Der Fokus liegt dabei auf dem fotografischen Werk von 1983 bis 1988 und erinnert daran, dass York der Knoefel zu den herausragenden Fotograf:innen der DDR zu zählen ist. Gezeigt werden überwiegend Arbeiten aus dem Nachlass einschließlich aus der Installation „Schlachthaus Berlin“.

Veranstaltung

Donnerstag, 20. Oktober 2022, 19 Uhr
Widersprüche in Traum und Wirklichkeit – York der Knoefel als Fotograf und Künstler
Gespräch mit Eugen Blume, Tina Bara und Anja Osswald
Moderation: Franziska Schmidt


Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Ausstellungsfonds Kommunale Galerien.