Workshop mit Kurt Buchwald: Eine andere Wahrnehmung findet Stadt

14. September 2018 - 16. September 2018
Di.-Fr.: 12-20h | Sa., So.: 14-20h

Workshop mit Kurt Buchwald: Eine andere Wahrnehmung findet Stadt

14. September -16. September 2018 | Fr 18-21 Uhr, Sa 11-13 Uhr und 14-17 Uhr, So 14-16 Uhr

Foto des Fotografen Kurt Buchwald

Kurt Buchwald: Hinrich Wahrnehmungsvertrag Nr. 10, Berlin 1994

Dreitägiger Workshop mit Kurt Buchwald in der Galerie Pankow
Anmeldung bis 05. September erbeten. Die Teilnahme ist kostenlos.

EINE ANDERE WAHRNEHMUNG FINDET STADT

Kurt Buchwald

Was uns Generationen hinterlassen haben zeigt sich durch die Gebäude und Artefakte, die wir im Stadtraum finden. Sie sind verbunden mit den Menschen, die sie errichtet haben. Wir finden Spuren ihrer Tätigkeit. Die vielfältige Formensprache, die wir erblicken, erzählt uns etwas über die ursprüngliche Nutzung, die in Vergessenheit geriet. Ein archäologisches Muster tut sich auf. Es ist verwoben mit dem Wirken eines weiteren Akteurs, beständig holt sich die Natur den Stadtraum zurück. Unsere Welt löst sich auf in der Dimension der Zeit.

Der Fotograf unterbricht diese Veränderung und konserviert die Erinnerung. Sein Bild ist ein Schnitt in der Zeit, gleichwohl er damit auch seine Begrenztheit vorführt. Das Anhalten ist nur im Ausschnitt möglich. Wir verweilen und beschauen das immer gleiche Bild. Mit dem Fotografieren wird ein komplexer Vorgang ausgelöst: das Beobachten, Registrieren, Speichern und Auswerten – wieder Anschauen und Neubestimmen.

Die Spuren, die wir verfolgen, sind auch unsere eigenen, weil wir das Sichtbare aus unserer Position bestimmen. Kein Beobachter kann seinen Standort negieren. Das Fotografieren ist mit einer Interpretation, einem Umdeuten, Moralisieren und Ästhetisieren der abgebildeten Welt verbunden.

Das fotografische Bild widerspiegelt die Realität, ist aber gleichzeitig auch ein Kommentar. Dieser Dualismus wird häufig vergessen. Vermeintliche Beweise entlarven sich als Propagandamaterial, als Weltanschauung ihrer Protagonisten. Möchten wir keine Dienstleister sein, sollten wir uns auf die Magie des Abbildes besinnen. Es ist verbunden mit Innerlichkeit. Mit dieser Urkraft können wir die Welt neu erschließen. Wir machen einen Fehler, wenn wir die Medien auf das Technologische reduzieren. Mit ihrer Hilfe kann eine Welt jenseits der Realität entstehen. Ohne unsere Träume wären wir keine Menschen, wären wir leblose Maschinen die Bilder produzieren.

Was kann uns dabei helfen, diese Zusammenhänge zu erschließen?

  • den Dualismus Bild-Welt mit dem eigenen Körper überwinden, sich in das Bild stellen
  • die gewohnte Sicht unterbrechen und das Unterbewusstsein ansprechen
  • bewusst mit einer Bildstörung arbeiten

Im Workshop wird ein Rohr an die Kamera montiert. Beim Durchschauen wird der mediale Eindruck verstärkt. Alle Prämissen des fotografischen Sehens lassen sich simulieren, wie Eingrenzung des Bildmotives, Beleuchtung, Sichtbarkeit und Auslöschung. Die Grenzen der Wahrnehmung werden bestimmt. Das Technische wird mit einer eigenen körperlichen Geste verbunden, die den Lichteinfall verändert. Wir nähern uns dem Sichtbaren, wie durch einem Mikroskop. Die Konzentration des Ausschnitts ermöglicht eine Spurensuche, die mit Bedeutung aufgeladen wird.

Ablauf

  1. Tag Einführung, Kennenlernen, eigene Arbeit vorstellen (Vortrag)
  2. Tag Das Störmoment ausprobieren, Aktionen und Eingriffe
  3. Tag Exkursion mit der Kamera im Stadtraum
  4. Tag Bilder auswerten und zusammenstellen

Im Rahmen der Ausstellung :

Kurt Buchwald: Limes Mundi – Die Umkehrung der Sicht | Fotografie


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    Veranstaltungsort
    Galerie Pankow

    Kategorie